Die Coronakrise sorgt für die größte Rezession in der Geschichte Belgiens seit 1945

In Folge der Coronakrise ist die Wirtschaft in Belgien im vergangenen Jahr um 6,3 % geschrumpft. Das ist etwa dreimal so viel, wie während der „Großen Rezession“ 2009 nach der allgemeinen weltweiten Banken- und Finanzkrise. Diese Krise ist die schwerste ihrer Art seit dem Zweiten Weltkrieg, denn noch nie musste unser Land seit dem eine so umfassende Wirtschaftskrise durchmachen. 

Die Belgische Nationalbank (BNB) legte jetzt die definitiven Wirtschaftszahlen für das Coronajahr 2020 vor. Demnach ist letztes Jahr das Brutto-Inlandsprodukt um 6,3 % geschrumpft. „Das ist der stärkste Rückgang seit dem Zweiten Weltkrieg und er ist dreimal größer als nach der Rezession von 2009“, heißt es dazu in einer Mitteilung der Nationalbank.

2019 wies unser Land noch ein leichtes Wirtschaftswachstum um 1,7 % auf. Der definitive Wert ist noch etwas schlechter, als im Laufe des vergangenen Jahres erwartet wurde. Damals lag die Prognose bei einem Minus von 6,2 %. Kleiner Trost: Belgien schnitt 2020 etwas besser ab, als der europäische Durchschnitt, der bei einem Minus vom 6,8 % liegt. 

Alle Sektoren sind betroffen

So gaben die privaten Haushalte weniger aus (-8,7 %) und sie investierten auch weniger (-8,1 %). Auch der Staat und seine Länder und Regionen reduzierten ihre Ausgaben (-4,6 %) und die Unternehmen sparten hier ebenso (-8,2 %).

Der Mehrwert sank in der Industrie um 4,2 %, am Bau ebenfalls um 4,2 % und im Dienstleistungssektor um 6,4 %. Der  Veranstaltungssektor, der von der Krise und von Corona am stärksten betroffen ist, sank um 19,8 %. In den zusammengefassten Sektoren Groß- und Einzelhandel, Transport und Logistik sowie Fahrzeugunterhalt wurde ein Rückgang der Wirtschaftsleistung um 13,3 % registriert.

Bisher hat sich diese Krise noch nicht auf den Arbeitsmarkt bzw. auf die Beschäftigung ausgewirkt. Hier waren 2020 nur rund 2.500 Personen weniger in einem Arbeitsverhältnis, als 2019, was einem Rückgang um 0,1 % entspricht. Schlimmeres konnten wohl die massiv genutzte Kurzarbeit und die zahlreichen Unterstützungsprogramme aus Bund, Ländern und Regionen verhindern. 

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