Killerbande von Brabant: Ermittler suchen nach einer speziellen Waffe

Im Zuge der Ermittlungen im Fall der Killerbande von Brabant ist die Bundesstaatsanwaltschaft auf der Suche nach einer speziellen und seltenen Waffe, die beim letzten Überfall der Bande auf einen Delhaize-Supermarkt in Aalst in Ostflandern (Foto) 1985 und möglicherweise auch bei anderen Überfällen genutzt wurde. Dabei handelt es sich um eine sogenannte „Ingram“-Maschinenpistole von belgischen Waffenhersteller FN. 

„Die föderale Staatsanwaltschaft ist auf der Suche nach allen ‚Ingrams‘, die 1985 in Belgien waren“, sagte Wenke Roggen dazu, die Sprecherin der Bundesstaatsanwaltschaft in Brüssel. Die Suche nach dieser Waffe und die Analyse bzw. die Abnahme von DNA-Spuren von rund 800 Personen aus den Akten lassen eine Beschleunigung der Ermittlungen erkennen. Dies ist notwendig, denn 2025 verjährt dieser Fall, der bis heute nicht aufgeklärt ist.

Die Suche nach der „Ingram“, eine auch als „Mac-10“ bezeichnete Maschinenpistole (Foto unten), basiert auf dem Fund von zahlreichen Kugelhülsen aus einer Waffe dieses Typs am Tatort des Überfalls auf den Delhaize-Markt am 9. November 1985 (der letzte aber auch mit 8 Toten der blutigste Überfall der Bande). Angeblich sollen nur 5 dieser Waffen in Belgien in Umlauf gewesen sein.

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

Die Bande soll im Besitz von gleich mehreren dieser Waffen gewesen sein, die sie gestohlen hatte. Teile einer „Ingram“ waren 1986 bei einem umfassenden Waffenfund im Kanal Brüssel-Charleroi bei Ronquières (Hennegau) entdeckt worden, doch diese gehören offenbar nicht zu der in Aalst genutzten Waffe dieses Typs, wie die flämische Tageszeitung Het Nieuwsblad am Montag meldet.

Die Ermittler verfolgen bei der Suche nach der Waffen zwei Pisten. Die eine Piste weist in Richtung des Überfalls auf den Waffenhändler Dekaise in Wavre (Wallonisch-Brabant) 1982. Dieser Überdall gilt als der erste Überfall, der mit der Bande in Zusammenhang gebracht wird. Dabei wurden zwei „Ingrams“ erbeutet (Foto unten).

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

Die andere Piste ist der Überfall und der spätere Mord an Juan Mendez, ein Ingenieur bei der belgischen Waffenfabrik FN in Herstal bei Lüttich. Dieser soll lange vor dem Überfall von Aalst eine „Ingram“ im Werk gestohlen haben und möglicherweise ist ihm diese Waffe dann selbst gestohlen worden. Mendez ist 1986, knapp ein Jahr nach Aalst, ermordet worden.  

Die Killerbande von Brabant

Die Killer von Brabant säten in den Jahren 1982, 1983 und 1985 mit einer ganzen Reihe von schweren gewalttätigen Einbrüchen, Überfällen auf u.a. Supermärkte (meist Delhaize-Märkte) und Morden Terror über das ganze Land. Dabei kamen 28 Menschen ums Leben und 40 weitere wurden zum Teil schwer verletzt. Bis heute ist dieser Fall nicht aufgeklärt. Es gibt weder Hinweise auf die Täter an sich, noch auf eventuelle Hintermänner.

Zwar sollen inzwischen verstorbene Personen behauptet haben, sie seien Teil der Bande gewesen, darunter auch ein Ex-Polizist, doch dies konnten dahingehende Ermittlungen niemals bestätigen oder belegen. Inzwischen drängt die Zeit, denn die Akte verjährt in 4 Jahren. Deshalb wird das gesamte Dossier noch einmal komplett durchleuchtet, um z.B. auch bisher wenig beachtete Pisten zu untersuchen.

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