Die Universität von Gent will herausfinden, ob Soja auch in Flandern wachsen kann

Wissenschaftler der Universität von Gent (UGent) sind auf der Suche nach 1.000 Gärten von Bürgern in Flandern, die sich dazu bereit erklären, auf einer kleinen Fläche Soja anzupflanzen. Ziel dieser Aktion ist herauszufinden, auf welcher Art Boden in Flandern Soja am besten wachsen kann und ob sich der Soja-Anbau hier überhaupt lohnt. Fernziel ist, dass hiesige Landwirte auf nachhaltige Weise Soja anpflanzen und ernten.

Um Soja in Flandern umweltfreundlich und trotzdem gewinnbringend züchten zu können, braucht es noch viele Forschungsergebnisse. Die Genter Uni sucht gemeinsam mit der Löwener Universität (KU Leuven) und mit anderen wissenschaftlichen Instituten nach Böden, auf denen Soja eventuell gut gedeihen kann.

Dazu brauchen die Wissenschaftler aber die Mitarbeit von rund 1.000 Flamen, die sich dazu bereiterklären, in ihrem Garten auf einer Fläche von nur einem Quadratmeter Soja anzupflanzen. Man will so herausfinden, auf welcher Bodenart diese Pflanze an besten wachsen kann.

Die richtigen Bakterien

Beim Soja-Anbau spielen z.B. die Bakterien eine Rolle, die sich in der Bodenart befinden, in der die Pflanze wächst. Die Wissenschaftler sind also auf der Suche nach Böden, in denen Bakterien sind, die Soja braucht, um gut zu gedeihen und um die Nährstoffe zu entwickeln, die bei dieser Pflanze als Lebensmittel wichtig sind. Die an der Aktion beteiligten Landsleute sollen im Mai säen und danach jeden Monat mitteilen, wie es um ihre Sojapflanzen steht.

Nachhaltig und gewinnbringend

Die Wissenschaftler gehen davon aus oder hoffen zumindest, dass rund 20 % der rund 1.000 Böden für die Sojazucht nutzbar sind. Fernziel ist, in Zukunft auch in der hiesigen Landwirtschaft Soja nachhaltig, umweltfreundlich und gewinnbringend anzupflanzen, zu ernten und zu vermarkten.

Belgien führt derzeit jährlich etwa 800.000 Tonnen Soja aus Argentinien und Brasilien ein, doch der Soja-Anbau dort rückt dem Amazonas stets mehr auf die Pelle, denn dort wird weiterhin (auch illegal) wegen der Sojazucht Wald gefällt oder schlicht und einfach abgefackelt. 

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