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Folge von Corona: Dem Eventsektor laufen die Mitarbeiter davon

Die Veranstaltungsbranche in Belgien gehört zu den Sektoren, die von der Coronakrise am schwersten getroffen wurden. Praktisch seit einem Jahr sind dieser Branche die gesamten Geschäftsfelder weggebrochen. Jetzt kommt noch hinzu, dass den Unternehmern die Mitarbeiter davonlaufen. Viele können nicht weiter nur vom Kurzarbeitergeld leben und haben sich andere und neue Jobs gesucht. Die Frage ist, wie viele davon wieder in ihren angestammten Beruf zurückkehren werden. 

Wie viele Beschäftigte aus dem Veranstaltungssektor z.B. im belgischen Bundesland Flandern ihren Sektor für einen anderen Arbeitsplatz verlassen haben, lässt sich derzeit kaum feststellen, doch das Landesarbeitsamt VDAB stellt fest, dass hier viele Techniker aus dem Eventbereich nach neuen Jobs suchen.

Nicht zuletzt stellt auch das Baugewerbe fest, dass sich viele Beschäftigte aus diesem Sektor hier bewerben. Normalerweise sind im Bereich Veranstaltungen (dazu gehört auch der technische Bereich in der Kultur) rund 80.000 Personen in Belgien beschäftigt. Rund die Hälfte davon sind in einem festen Arbeitsverhältnis und die andere Hälfte arbeitet auf Freelance-Basis in diesem Bereich.

Erfahrung geht verloren

Das Problem an diesem Corona-bedingten Exodus ist, dass vielen hier aktiven Unternehmen dadurch auch viel Erfahrung und Expertise verloren gehen kann, denn es ist bei weitem nicht sicher, dass alle, die dem Sektor derzeit notgedrungen den Rücken kehren, auch wieder hierher zurückkehren. Das bringt nicht wenige dieser Fachunternehmen Probleme, z.B. im Messe- und Bühnenbau, im Bereich Veranstaltungs- und Tontechnik usw.

Droht Konkurrenz aus den Niederlanden?

In den Niederlanden haben Behörden und Politik den Veranstaltungsbereich in ihrem Corona-Maßnahmenpaket besser angepackt. Hier konnten die Mitarbeiter in diesem Sektor mit Lohn- und Gehaltszuschüssen in ihren angestammten Unternehmen weiterbeschäftigt werden.

Lut Wyers vom Eventbüro Cocomo in Hasselt (Provinz Limburg) sagte gegenüber VRT NWS, dass sie beim eventuellen Neustart nach Corona vom Schlimmsten ausgeht: „Ich habe etwas Angst vor dem Neustart. Ich habe 5 von 8 Mitarbeitern verloren. Das ist eine Sache. Ich werde schon neue Leute finden und die auch ausbilden, doch das wird seine Zeit dauern und damit werden wir einen Rückstand haben, den wir nicht leicht auffangen können. Unternehmen aus den Niederlanden können hier am Markt aktiv werden, denn die können sofort wieder loslegen.“

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