Laurie Dieffembacq

Gerüchte bestätigt: Der FC Brügge geht an die Börse

Club Brügge, derzeit in der ersten belgischen Fußball-Liga auf Meisterkurs, geht in einigen Wochen an die Börse. Die Vereinsführung bestätigte am Mittwoch die dahingehenden Gerüchte, die nicht erst seit gestern die Runde machen. Neue Club-Aktien soll es aber nicht geben. Der FC Brügge ist der erste belgische Fußballverein, der an die Börse geht. 

Der Börsengang des FC Brügge soll nicht bedeuten, dass der Club jetzt neue Aktien ausgibt. Vielmehr wollen die bisherigen Anteilseigner, wie z.B. Präsident Bart Verhaeghe, einen Teil ihrer Aktienpakete an der Börse an andere, neue Aktionäre veräußern. Der FC Brügge setzte alleine in der vergangenen Saison rund 120 Mio. € um und ist damit der wertvollste und kapitalstärkste Fußballverein im belgischen Profibereich. Die „Schwarz-Blauen“ haben in den vergangenen Jahren durch ihre Qualifikation und Teilnahme an den europäischen Fußballwettbewerben und mit einigen lukrativen Spielertransfers einen Gewinn von rund 24 Mio. € erwirtschaften können.

Der sportive Erfolg des Vereins fußt auf einem ausgezeichneten Scouting, auf dem Weiterverkauf mit großem Mehrwert von einigen Spielern und einer ausgezeichneten kommerziellen Vermarktung des Labels Club Brügge.“

VRT-Fußball-Analyst Peter Vandenbempt

Weiteres Ziel des Börsengangs ist aber auch, den Bau eines neuen Stadions möglichst ohne Kredit bei den Banken finanzieren zu können. VRT und sporza-Fußball-Analyst Peter Vandenbempt (Foto unten) ist der Ansicht, dass der Stadionbau für den Club mehr Bedeutung haben wird, als der Börsengang und dass dieser Börsengang auf den sportlichen Bereich keinen wirklichen Einfluss haben werde, wie aus ähnlichen Vorgängen in ausländischen Ligen ersichtlich ist.

Vandenbempt hält den sportlichen Erfolg des Clubs für wichtiger und lukrativer: „Der sportive Erfolg des Vereins fußt auf einem ausgezeichneten Scouting, auf dem Weiterverkauf mit großem Mehrwert von einigen Spielern und einer ausgezeichneten kommerziellen Vermarktung des Labels Club Brügge. Der Börsengang wird diese Marke vielleicht stärken, doch ich glaube nicht, dass man jetzt von einer definitiv lange anhaltenden sportlichen Unantastbarkeit sprechen kann.“

Club Brügge hat alles, was ein Spitzenverein braucht: Eine hervorragende kommerzielle Funktionsweise, eine ebenso hervorragende Nutzung der sozialen Netzwerke, ein starkes Band mit den Fans und eine ausgezeichnete sportliche Herangehensweise.“

VRT-Fußball-Analyst Peter Vandenbempt

Für Peter Vandenbempt ist der Bau eines neuen Stadions viel bestimmender für die Marke Club Brügge: „Wenn die Einkünfte, die darin generiert werden, viel höher liegen, als derzeit, dann wird sich das zu einem bestimmenden Faktor für eine noch stärkere Führungsposition von Club Brügge entwickeln. Viel mehr als der Börsengang.“ Die „Schwarz-Blauen“ haben nach Ansicht des VRT-Fußballanalysten alles, was ein Spitzenverein braucht: „Eine hervorragende kommerzielle Funktionsweise, eine ebenso hervorragende Nutzung der sozialen Netzwerke, ein starkes Band mit den Fans und eine ausgezeichnete sportliche Herangehensweise, was sich in einem hervorragenden Spielerkern und einer guten Trainerwahl zeigt“. 

Peter Vandenbempt
Neuzugang Bas Dost

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