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Gesundheitsminister Vandenbroucke ist gegen eine Impfpflicht für Pflegepersonale

Belgiens Gesundheitsminister Frank Vandenbroucke (SP.A - Foto) hat sich am Dienstag in den Parlamentsausschüssen für Gesundheit und Chancengleichheit gegen eine Impfpflicht in unserem Land ausgesprochen, also auch gegen eine Impfpflicht für Pflegepersonale im Gesundheitswesen. Einige Vertreter aus dem Gesundheitswesen fordern eine solche Verpflichtung, denn aus Umfragen ist ersichtlich, dass sich rund ein Drittel der Betroffenen nicht gegen Corona impfen lassen will.

Nach einem Corona-Ausbruch in einem Alten- und Pflegewohlheim in der vergangenen Woche wurde deutlich, dass einige der ebenfalls infizierten Mitarbeiter nicht gegen Covid-19 geimpft waren. Danach forderte Magot Cloet, die Vorsitzende des flämischen Pflegenetzwerks Zorgnet-Icuro, eine Impfpflicht für die Mitarbeiter von solchen Einrichtungen. Ihr pflichtete Marc Noppen, Direktor der Brüsseler Universitätsklinik (UZ Brussel), umgehend bei.

Ein Gesetz, dass Pflegepersonale dazu verpflichtet, sich gegen Corona oder gegen andere Viren impfen zu lassen, liegt in Belgien nicht vor und Gesundheitsminister Vandenbroucke hält davon auch nicht viel, wie er am Dienstag in den Parlamentsausschüssen für Gesundheit und Chancengleichheit unterstrich.

„Wir stellen fest, dass Personen, die eine Einladung zur Impfung erhalten haben, nicht auftauchen. Darunter sind auch Pfleger. Doch ich bin kein Fürsprecher einer verpflichteten Impfung. Ich glaube, dass das unser Problem nicht löst. Das wird sehr schwierig sein,“ so  Vandenbroucke.

Impfen lassen oder nicht? Eine Umfrage von Sciensano

Nach einer Befragung des wissenschaftlichen staatlichen Gesundheitsamtes Sciensano unter 25.000 Personen, darunter 3.000 Pfleger und Pflegerinnen, wurde deutlich, dass sich viele der Befragten nicht impfen lassen wollen. Aus dieser Befragung wurde auch ersichtlich, dass die Bereitschaft, sich gegen Corona impfen zu lassen, vor allem in der Region Brüssel-Hauptstadt und in der Wallonie nicht besonders groß ist. Hier gibt es auch viele, die noch zweifeln.

Gesundheitsminister Vandenbroucke teilte dazu mit, dass sich in Flandern 10,8 % der Befragten nicht impfen lassen wollen und dass 22,5 % noch unsicher sind. In der Brüsseler Region lehnen 16,1 % der Befragten eine Impfung ab, während hier noch 29 % zweifeln. In Wallonien wollen sich 21,8 % nicht impfen lassen und 31,1 % sind noch unsicher.

Bei den Pflegern und Pflegerinnen konkret sieht die Sache folgendermaßen aus: Flandern: 13 % Impfgegner - 25,8 % Zweifler; Brüssel: 30,1 % Impfgegner - 31,2 Zweifler; Wallonie: 24,6 % Impfgegner - 38,2 % Zweifler. 

"Auf Basis von Erfolgen Sensibilisieren"

Gesundheitsminister Vandenbroucke will, wie oben bereits erwähnt, niemanden dazu verpflichten, sich gegen Corona impfen zu lassen. Er setzt auf Überzeugung durch Sensibilisierung: „Ich glaube, dass wir die Leute weiter überzeugen müssen. (…) Sie warten zwar manchmal mit irrationalen Argumenten auf, doch wir müssen Verständnis dafür haben, dass manche Menschen weiter Zweifel haben.“

Man müsse auf die Erfolge setzen, sagt Vandenbroucke weiter: „Aus allen Fakten ist ersichtlich, dass die Impfstoffe gut wirken. In den Pflegeeinrichtungen ist überdeutlich, dass die Leute von Krankenhausaufenthalten geschützt werden. Auch aus dem Ausland ist ersichtlich, dass die Impfungen wirken. Wir müssen auf dieser Basis weiter Überzeugungsarbeit leisten.“ 

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