Unterirdische Pipeline zwischen Antwerpens Hafen und dem Ruhrgebiet - Müssen Häuser weichen?

Zwischen dem Hafen von Antwerpen und dem Ruhegebiet wird eine unterirdische Pipeline gebaut. Diese Leitung wird eine Länge von rund 150 km haben und dadurch sollen Sauerstoff und Kohlenstoff-Dioxyde fließen. In Flandern stehen drei mögliche Linienverläufe zur Auswahl. Die flämischen Umweltbehörden wollen dabei möglichst vermeiden, dass Wohnhäuser abgerissen werden müssen, doch je nach Trasse verschwinden 15 bis 80 Gebäude.

Diese unterirdische Pipeline vom Hafen von Antwerpen aus in Richtung Ruhrgebiet zur Beförderung von Sauerstoff und Kohlenstoff-Dioxyden soll zur internationalen und grenzüberschreitenden Stärkung der Position des Hafens beitragen und wird im belgischen Bundesland Flandern als ein sehr wichtiges Projekt angesehen. Doch ein solcher Bau ist kein leichtes Unterfangen und bringt auch Nachteile mit sich. Diese will die Umweltbehörde „Omgevoing Vlaanderen“ auf ein Minimum beschränken.

Brigitte Borgmans von der Umweltbehörde sagte dazu gegenüber dem VRT-Regionalsender Radio 2/Antwerpen: „Dabei handelt es sich um einen Streifen von 45 Metern Breite und 150 Kilometern Länge.“ Die chemischen Stoffe, die dadurch befördert werden, sollen nicht zuletzt den LKW-Verkehr in und um Antwerpen und auch auf den Autobahnen Richtung Niederlande und Nordrhein-Westfahlen entschärfen.

Drei Trassen zur Auswahl - Auch Wohnhäuser betroffen

Die Behörde hat für den Verlauf durch Flandern 3 Trassen vorgesehen, von denen eine ausgewählt werden soll. Die Pipeline verläuft in Richtung niederländische Grenze und dort über den Chemie-Park Geleen in Südlimburg nach Deutschland. Sie durchläuft in den Provinzen Antwerpen, Flämisch-Brabant und Limburg  insgesamt 45 Gemeinden und davon sind auch einige Häuser und Gebäude betroffen.

(Lesen sie bitte unter dem Plan weiter)

„Wir haben bei der Planung der Trassen stets versucht, den Abriss von Wohnhäusern zu vermeiden, doch leider ist das nicht überall gelungen. Wir müssen auch Rechnung mit Hochspannungslinien, Windrädern, Auen und Überflutungs- sowie Waldgebieten und anderem mehr tragen. Letztendlich müssen wir, je nach Trasse, zwischen 15 und 80 Wohnhäuser enteignen,“ so Brigitte Borgmans weiter gegenüber Radio 2.

Betroffene werden angesprochen

Borgmans deutete weiter an, dass die Bewohner der eventuell betroffenen Häuser von „Omgeving Vlaanderen“ kontaktiert werden: „Es ist selbstverständlich, dass wir die Leute kontaktieren. Ab heute (Mittwoch, 3. März (Red.)) kann jeder seine Reaktionen einreichen, die wir alle analysieren werden. Wir werden auch digitale Infosessionen organisieren, damit für jeden Klar wird, was genau passieren wird.“ Informationen zum Projekt „GRUP Leidingstraat Antwerpen-Ruhr (Geleen)“ bietet die Webseite von „Omgeving Vlaanderen“ (in niederländischer Sprache).

Bei dem Projekt handelt es sich um ein umfassendes Vorhaben, das zudem eine einmalige Sache bleiben soll: „Dieses Projekt ist besonders zukunftsgerichtet. Wir werden ausreichend Raum vorsehen, damit in Zukunft verschiedene Leitungen nebeneinanderliegen können und damit wir nicht mit neuen Arbeiten anfangen müssen…“ 

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