AP2011

Arbeitgeberverband Voka warnt: Arbeitgeber kann nicht geimpften Mitarbeiter ablehnen

Die limburgische Abteilung des flämischen Arbeitgeberverband Voka Limburg argumentiert, ein Arbeitgeber sei für die Gesundheit seiner gesamten Belegschaft verantwortlich und könne deshalb einem nicht gegen COVID geimpften Mitarbeiter den Zugang zum Unternehmen verweigern. Diese Position wird von Firmenchefin Grete Remen nicht geteilt. Voka-CEO Hans Maertens fordert die Regierung aber auf, über eine Impfpflicht nachzudenken.

Voka betont, dass jeder selbst entscheiden können sollte, ob er sich impfen lassen möchte oder nicht.  "Man sollte aber bedenken, dass die Verweigerung einer Impfung Konsequenzen am Arbeitsplatz oder bei der Arbeitssuche haben kann", so Johann Leten von Voka Limburg. "Ein Arbeitgeber hat das Recht, jemanden abzulehnen, der nicht geimpft ist, wenn er der Meinung ist, dass dies die Gesundheit und Sicherheit anderer Mitarbeiter gefährden würde."

"Auch in anderen Situationen hat es schon Konsequenzen, wenn man sich nicht impfen lässt", sagt Johann Leten. "In Australien darf man zum Beispiel kein Flugzeug nehmen, wenn man keinen Impfausweis hat. Und in Europa wird bereits an einem solchen Impfausweis gearbeitet. Nicht geimpft zu werden, kann also Folgen haben."

Voka hat deshalb letzte Woche eine Kampagne gestartet, um die Mitarbeiter zu überzeugen, sich impfen zu lassen. "Denn der Impfstoff kann unter anderem dafür sorgen, dass die Wirtschaft langfristig auf Hochtouren laufen kann", so Leten abschließend. 

Managerin Grete Remen ist nicht mit Voka einverstanden: Das verstößt gegen Datenschutzgesetze

Managerin Grete Remen vom Lebensmittelhersteller Damhert finden den Voka-Standpunkt merkwürdig. "Als Arbeitgeber dürfen Sie einen Mitarbeiter nicht einmal um seine Krankenakte bitten oder bei seinem Arzt nachfragen, was er hat, wenn er sich krank meldet. Das ist die Privatsphäre des Mitarbeiters und es ist auch gesetzlich geregelt, dass der Arbeitgeber diese Privatsphäre respektieren muss."

Nur die Regierung könne dies anders entscheiden und die Impfung zur Pflicht machen, so die Managerin. "Ich mag diese Verpflichtung nicht", sagt Remen, "aber wenn zum Beispiel ein Reiseverbot verhängt wird, wenn man nicht geimpft ist, wird es indirekt zu einer Verpflichtung, und dann finde ich es besser, wenn die Regierung veranlasst, dass jeder geimpft werden muss. Die Verpflichtung würde, so Remen, möglicherweise auch einer Polarisierung in der Gesellschaft entgegenwirken. 

Unternehmen können ihre Mitarbeiter nicht zwingen, sich impfen zu lassen, entgegnet Hans Maertens, der Geschäftsführer von Voka. "Aber Arbeitgeber sind für die Gesundheit und Sicherheit ihrer Mitarbeiter verantwortlich. Und viele Unternehmen sind besorgt, weil es bald zwei Gruppen von Mitarbeitern geben wird, was zu schwierigen Situationen führt. Wir werden sehen, dass die gleichen Probleme bei Reisen oder Veranstaltungen auftauchen werden, also müssen wir die Debatte eröffnen und schauen, wie wir das angehen."

Ob Menschen, die nicht geimpft wurden, abgewiesen werden sollten, bleibt abzuwarten, sagt Maertens. Er fordert die Regierung aber auf, darüber nachzudenken, die Impfung zur Pflicht zu machen. 

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