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Belgiens Premier De Croo: „Mehr Freiheit für jeden, aber auch mehr Verantwortung für alle“

Ab dem kommenden Montag dürfen sich bis zu 10 Personen im Freien treffen. „Draußen, draußen, draußen“: Das und eine allmähliche Lockerung der Corona-Maßnahmen hat am Freitagabend der Konzertierungsausschuss der verschiedenen belgischen Regierungen beschlossen. Klarheit gibt es auch für die Gastronomie, die Veranstaltungsbranche und den Kulturbereich: Sie dürfen ab Mai unter bestimmten Bedingungen wieder öffnen, unter anderem mit Schnelltests.

Der Konzertierungsausschuss hat verschiedene Lockerungen der bisher geltenden Corona-Richtlinien  angekündigt. "Wir müssen extrem vorsichtig bleiben, es ist für alle von Vorteil, die Situation unter Kontrolle zu halten", betonte Premierminister Alexander De Croo (Open VLD, flämische Liberale, Foto, Mitte) während der Pressekonferenz nach der Sitzung. "Gleichzeitig brauchen wir alle aber auch eine Perspektive."

Im März und April liegt der Schwerpunkt auf Outdoor-Aktivitäten. Wenn das gut läuft, wird ab Mai auch im Innenbereich mehr möglich sein. Nachfolgend finden Sie den Zeitplan, der auf der Pressekonferenz vorgestellt wurde. Premierminister De Croo unterstreicht, dass all dies bei einem nächsten Konzertierungsausschuss angepasst werden kann, wenn die Zahlen in die falsche Richtung gehen.

Dieser Zeitplan wurde vom Konzertierungsausschuss angekündigt:

Stand: 8. März

  • Ab dem kommenden Montag dürfen sich wieder 10 Personen im Freien treffen. Im Moment liegt die Obergrenze noch bei 4 Personen, aber schon an den vergangenen sonnigen Wochenenden schienen viele Belgier das zu ignorieren. Der Konzertierungsausschuss will deshalb mehr soziale Kontakte ermöglichen und hat eine entsprechende Lockerung verabschiedet. Sicherheitsabstand einhalten und möglichst Maske tragen: Das bleibt die Grundregel.
  • Die Anpassung wird erst am Montag in Kraft treten, da der Ministerialbeschluss, der dies regeln soll, erst am Sonntag erwartet wird. Das kann am kommenden Wochenende für etwas Verwirrung sorgen, obwohl für die kommenden Tage kein besonders schönes Frühlingswetter vorhergesagt ist
  • Außerdem sind ab Montag bis zu 50 Personen bei einer Beerdigung mit maximal 1 Person pro Quadratmeter möglich.
  • Darüber hinaus wird es Fotografen ab dem 8. März erlaubt, Kunden zu empfangen (maximal 1 Kunde pro 10 m², die Kunden müssen unter demselben Dach wohnen).
  • Private Saunen werden wieder öffnen dürfen für die gleichzeitige Nutzung durch Personen, die unter demselben Dach wohnen. Whirlpools, Dampfduschen und Dampfbäder werden dagegen nicht zugänglich sein.

Stand: 15. März

  • Die bereits mit den Bildungsdachverbänden vereinbarten Erleichterungen wurden genehmigt. Studenten an Hochschulen dürfen wieder einen Tag in der Woche Kontaktunterricht haben.
  • Schüler in der Berufs- und Sonderschule können wieder ganztags am Unterricht teilnehmen
  • Außerschulische eintägige Ausflüge sind sowohl in der Primar- als auch in der Sekundarstufe ebenfalls wieder möglich

Ab 1. April:

  • Veranstaltungen und  Gottesdienste können im Freien mit maximal 50 Personen mit Masken und in einer kontrollierten Umgebung abgehalten werden
  • Amateursportler können wieder mit maximal 10 Personen zusammen spielen
  • Vergnügungsparks können wieder öffnen, da sie weitgehend im Freien liegen

Während der Osterferien (5.-18. April):

  • Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre können in den Osterferien mit Gruppen von maximal 25 Personen ins Lager fahren. Die Tests finden am Anfang und am Ende des Lagers statt
  • Das Reiseverbot bleibt bis zu den Osterferien bestehen, wird aber beim nächsten Konzertierungsausschuss am 26. März neu bewertet. Wenn sich die Zahlen positiv entwickeln, kann dies angepasst werden.

Nach den Osterferien (ab 19. April):

  • Alle Schüler der Sekundarstufe können wieder in den Vollzeitpräsenzunterricht gehen. 

Ab 1. Mai:

  • Das Gaststättengewerbe kann wieder öffnen, ebenso wie die Veranstaltungsbranche und der Kulturbereich.
  • Diese Wiedereröffnung erfolgt unter strengen Bedingungen, einschließlich Schnell- und Selbsttests.
  • Die konkreten Details werden in den kommenden Wochen ausgearbeitet.
  • Die flämische Regierung wird außerdem ihre Unterstützungsmaßnahmen für das Gastgewerbe von 10 % des Umsatzes im Jahr vor der Corona-Krise auf 15 % erhöhen. Flanderns Ministerpräsiden Jan Jambon (N-VA) sagte hierzu, dies den Gastgewerbebetrieben helfen solle, die letzte Hürde vor der Wiedereröffnung zu nehmen. 

"Es wird alles von den Zahlen abhängen"

Belgiens Regierungschef Alexander De Croo betonte, dass jede zukünftige Lockerung der Maßnahmen von der Entwicklung der Corona-Zahlen abhängig sein wird. De Croo betonte die wichtige Rolle, die Impfungen und Tests auf dem Weg zur wiedergewonnenen Freiheit spielen werden. 

"Der eigentliche Ausstiegsplan ist der Impfplan", sagte De Croo. Er fügte hinzu, dass er die Risikobewertungsgruppe und die Expertengruppe, die die Regierung in Bezug auf die Coronakrise berät, gebeten hat, einen Zeitplan für die Aktivitäten im Innenbereich zu erstellen. 

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