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Nach 20 Jahren auf der Flucht: Das "Mörderpaar" Van Acker und Lacote steht wieder vor Gericht

Am 5. Mai erklärte die Anklagekammer in Gent (Ostflandern) den Einspruch von Jean-Claude Lacote (54) und Hilde Van Acker (57) für zulässig, die am 15. Dezember 2011 in Abwesenheit zu lebenslanger Haft für den Mord an dem britischen Geschäftsmann Marcus Mitchell verurteilt worden waren. Das im November 2019 in der Elfenbeinküste verhaftete und dann nach Belgien ausgelieferte Paar hat daher Anspruch auf einen neuen Prozess vor dem westflämischen Schwurgericht. Der begann diesen Freitag in Brügge begann.

Die als "Mörderpaar" bezeichnete Hilde Van Acker und Jean-Claude Lacote (Foto oben) waren Ende 2019 in Abidjan, Elfenbeinküste nach mehr als 20 Jahren auf der Flucht festgenommen worden. Der Prozess gegen die Belgierin und den Franzosen ivorischer Herkunft, die des Mordes an einem britischen Geschäftsmann in Belgien im Jahr 1996 angeklagt sind, wurde diesen Freitag in Brügge (Westflandern) eröffnet.

Das Paar hat den Mord, dessen Motiv nie wirklich geklärt wurde, immer bestritten. Es könnte sich um einen Mord mit Beziehungen zur organisierten Kriminalität handeln, möglicherweise in Verbindung mit Waffen- oder Drogenhandel. Der Prozess wird voraussichtlich etwa 10 Tage dauern, von denen der erste der Verlesung der Anklageschrift gewidmet sein wird.

Leiche an der belgischen Küste entdeckt

Am 28. Mai 1996 wurde die Leiche des durch zwei Kopfschüsse getöteten Marcus Mitchell (44) von Kindern in einem Waldstück des belgischen Badeortes De Haan gefunden. Der britische Staatsbürger war in der Luft- und Raumfahrtechnikbranche tätig. Die Ermittler fanden bald heraus, dass er kurz vor seinem Tod in regelmäßigem Kontakt mit einer Frau namens "Hilde" und einem gewissen "John" stand, einem der vielen Spitznamen von Jean-Claude Lacote.

Marcus Mitchell's Familie Zivilkläger

Laut Staatsanwaltschaft eskalierte die Beziehung zwischen dem Briten und dem Paar, als Marcus Mitchell erkannte, dass er betrogen worden war, nachdem er Lacote £240.000 im Austausch für das Versprechen eines "lukrativen Geschäfts" im Ausland geliehen hatte. Die beiden Verdächtigen wurden am 2. Juni 1996 am Flughafen Charleroi verhaftet und noch im selben Jahr unter Auflagen wieder freigelassen. Hilde Van Acker wurde 1999 zwar für drei Monate in Belgien inhaftiert, aber die beiden entkamen danach zwanzig Jahre lang der belgischen Justiz.

Der Aufenthaltsort von Jean-Claude Lacote wurde 2007 in Südafrika ausfindig gemacht, als er in einen Entführungsfall verwickelt war und kurzzeitig inhaftiert wurde, bevor er entkam. Das Paar, das nun behauptet, getrennt zu sein, wurde schließlich Ende November 2019 in Abidjan von der ivorischen Gendarmerie festgenommen. Hilde Van Acker und Jean-Claude Lacote, die 2011 in Brügge in Abwesenheit zu lebenslanger Haft verurteilt wurden, wünschten eine Wiederaufnahme des Verfahrens, wie es das belgische Recht erlaubt.

Ursprünglich war die Anhörung für November geplant, wurde aber wegen der zweiten Welle der Corona-Pandemie verschoben. Nach der Vernehmung der Angeklagten, die für Montag geplant ist, wird das Gericht voraussichtlich etwa 50 Zeugen aufrufen. Im Gegensatz zum Prozess von 2011 haben Marcus Mitchells Witwe und seine drei Söhne Zivilklagen eingereicht, aber es wird nicht erwartet, dass sie aussagen, so einer ihrer Anwälte.

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Foto Kurt

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