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Trotz Corona oder wegen Corona? Weniger Krankmeldungen in belgischen Betrieben

Vier von zehn Beschäftigten in der belgischen Privatwirtschaft fehlten 2020 keinen einzigen Tag wegen Krankheit. Und das trotz Corona. Das ist eine leichte Verbesserung zum Vorjahr, als 37 Prozent keinen einzigen Tag krank waren. Die Zahlen stammen vom HR-Dienstleister SD Worx. Homeoffice spielte hierbei eine positive Rolle.

Generell gab es in der Privatwirtschaft im vergangenen Jahr weniger Krankmeldungen, insbesondere bei Angestellten und in kleineren Unternehmen (weniger als 20 Mitarbeiter). Die Fehlzeiten waren sogar auf dem niedrigsten Stand seit 2010. Aber der Trend ist nicht durchgängig positiv.

Auf der negativen Seite sind mehr Mitarbeiter länger als einen Monat krankheitsbedingt abwesend (+17%), und auch die sogenannten kurzfristigen Fehlzeiten (weniger als einen Monat) dauern etwas länger (durchschnittlich 11 Tage).

Corona kann eine Erklärung sein, jedenfalls für Abwesenheiten von länger als einem Monat, glaubt Kim Van Houtven von SD Worx: "Wenn Menschen ohnehin an Corona erkrankt sind, brauchen sie einfach etwas länger, um sich wieder zu erholen.“

Aber Corona hat nicht dazu geführt, dass sich mehr Menschen krank meldeten. "Im März gab es große Besorgnis bei den ersten Grippesymptomen", sagt Kim Van Houtven, "was zu einem hohen Spitzenwert bei den Fehlzeiten führte. Maßnahmen wie Heimarbeit und zusätzliche Abstands- und Hygieneregelungen haben seither sicherlich dazu beigetragen, kurzfristige Abwesenheiten einzudämmen."

Mitarbeiter in Westflandern und Flämisch Brabant am wenigsten lange krank

Es gibt auch regionale Unterschiede. In den Provinzen Westflandern und Flämisch-Brabant sind die Arbeitnehmer am wenigsten lange krankgeschrieben. Diese Provinzen sind die absoluten Spitzenreiter sowohl bei den mittelfristigen (mehr als ein Monat) als auch bei den kurzfristigen Krankmeldungen (weniger als ein Monat).

Bei den kurzfristigen Fehlzeiten schließen sich den beiden Meistern Wallonisch Brabant und Limburg bei den mittelfristigen Fehlzeiten an. Die am wenigsten positive Entwicklung in Bezug auf die Dauer der Krankschreibung ist in den Provinzen Hennegau und Ostflandern zu beobachten.  

Matt Crossick/Empics Entertainment

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