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Premiere in Belgien: Umweltfreundlich hergestellte Eisenbahnschwellen

Die belgische Bahngesellschaft NMBS/SNCB ist die erste europäische Eisenbahn, die nachhaltige Bahnschwellen verlegt. Der bahneigene Infrastrukturdienstleister Infrabel lässt bei Puurs in der Provinz Antwerpen solche „grünen“ Schwellen verlegen (Fotos). Was aber ist an diesen Schwellen so besonders und so umweltfreundlich? Sie werden aus Schwefelbeton hergestellt, der zum einen einfacher herzustellen ist und zum anderen sind diese Schwellen wiederverwendbar, denn sie können eingeschmolzen werden.

Die Technologie für die Herstellung von Schwefelbeton beruht auf dem Schmelzpunkt von Schwefel. Damit ist dieser Baustoff wesentlich leichter und schadstoffärmer zu produzieren, als herkömmlicher Zement, wie er aktuell für die Produktion von Bahnschwellen genutzt wird.

Pascal Blommaert, CEO des Betonwerks De Bonte aus Waasmünster in der Provinz Ostflandern, sagte dazu gegenüber VRT NWS: „Bei der Produktion von Zement wird CO² freigesetzt und eine Temperatur von 1.200°C ist notwendig. Das ist nicht gerade ideal für den Klimawandel. Schwefelbeton wird bei 144°C hergestellt und gehärtet und kann wieder eingeschmolzen und endlos dem Recyclingprozess zugeführt werden.“

Dabei liegt der CO²-Ausstoß etwa 40 % niedriger als bei herkömmlichem Zement, so Blommaert weiter. Hinzu kommt noch, dass hierbei mit Schwefel ein Restprodukt aus der Erdöl-Raffinerie weiterverwendet werden kann. Damit setzen das Betonwerk De Bonte und Infrabel auf Trümpfe gegen die weitere Erderwärmung und den Klimawandel. Und, diese Schwellen sollen sich zum Exportartikel entwickeln.

"Gut für Umwelt und Wirtschaft"

Belgiens grünen Verkehrsminister Georges Gilkinet (Ecolo) freut dies besonders. Gegenüber VRT NWS sagte er am Samstag: „Wir sind die ersten, die das machen. Infrabel hatte bei seinen Lieferanten nachgefragt, etwas zu finden, mit dem die Bahn ihren ökologischen Fingerabdruck senken kann. Jetzt haben wir etwas gefunden, das wir auch exportieren können. Frankreich ist bereits interessiert und damit tun wir auch etwas für unsere Wirtschaft.“ 

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