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In Corona-Zeiten rufen auch in Flandern mehr Menschen als sonst beim Hilfe- oder Sorgentelefon an

Beim Hilfetelefon in Flandern ging im vergangenen Jahr eine Rekordzahl an Anrufen ein. Rund 139.000 Anrufe entsprachen einem Anstieg um 15 % gegenüber 2019. Viele Betroffene hatten Fragen zu Einsamkeit, zu Ängsten und auch zum Suchtverhalten. Bei „Tele-Onthaal“ in Flandern wurde festgestellt, dass die Coronakrise kleine und größere Sorgen verschärft hat. Davon sind zunehmend auch Teenager betroffen, die manchmal auch lieber chatten als am Telefon zu reden. 

Vor allem Personen mit einem eher kleinen familiären Umfeld oder Freundes- und Bekanntenkreis finden derzeit oft keinen geeigneten Ansprechpartner. Die Betroffenen finden dann kaum einen Ausweg aus ihren Problemen. In den meisten Fällen betrifft die ältere Menschen, denen durch Corona seit langem jede Aktivität genommen wird, doch auch viele Jugendliche sind darunter.

Das sind vor allem junge Leute die noch keine 25 Jahre alt sind, wie Jennifer Pots, eine ehrenamtliche Mitarbeiterin eines Sorgentelefons, gegenüber VRT NWS angab: „Am meisten fällt auf, wie viele Teenager bei uns anrufen. Die haben es gerade besonders schwer. Das liegt daran, dass junge Leute gerade viel ‚müssen‘ aber wenig ‚dürfen‘. Natürlich verlieben sie sich auch jetzt und natürlich haben sie auch Liebeskummer oder Probleme in der Schule. Weil sie aber wenige Freunde haben und weil ihr Umfeld noch sehr klein ist, können sie mit niemandem über ihre Sorgen reden. Aber sie brauchen ein Auslassventil und melden sich bei uns.“

Die rund 600 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen bei „Tele-Onthaal“ telefonieren aber nicht nur mit den Menschen, die sie um Hilfe oder um ein offenes Ohr bitten. Inzwischen ist auch möglich, hier über das Internet zu chatten. 

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