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Brüsseler Polizei setzt jetzt Beamte in Zivil ein, um Frauenbelästiger auf frischer Tat zu ertappen

Die Brüsseler Polizei startet gemeinsam mit der Brüsseler Staatsanwaltschaft ein Projekt, bei dem Beamte in Zivil zur Bekämpfung sexueller Belästigung im öffentlichen Raum eingesetzt werden. Sexuelle Belästigung ist seit 2014 strafbar, aber nur sehr wenige Betroffene zeigen sie tatsächlich an. Im Video, das mit versteckter Kamera in Brüssel aufgenommen wurde, ist zu sehen, wie Frauen in Brüssel dauernd von Männern angemacht und belästigt werden.

Bei sexueller Belästigung werden Personen, meist Frauen, in unangemessener Weise angemacht, beschimpft oder belästigt. Seit 2014 fällt dies unter das Sexismusgesetz und ist somit strafbar. Darauf stehen Strafen von bis zu einem Monat Gefängnis oder eine Geldstrafe von 50 bis 1.000 Euro.

Das Problem ist, dass dieser Strafbestand nur selten angezeigt wird: 2019 wurden belgienweit nur 71 Fälle aktenkundig. Dabei liegt die Dunkelziffersehr viel höher. Entweder wissen die Opfer nicht, dass sie eine Anzeige erstatten können, sie können die Identität des Täters nicht herausfinden oder der Sachverhalt ist schwer zu beweisen.

Die Brüsseler Polizei startet nun ein Projekt, um die Täter auf frischer Tat zu ertappen. Polizisten in Zivil werden Belästigungen auf der Straße gegen sich selbst oder gegen andere Bürger beobachten und registrieren. Auf diese Weise wollen Polizei und Staatsanwaltschaft "die Sicherheit und Lebensqualität von Mädchen und Frauen in Brüssel erhöhen".

Wir wollen Frauen und Mädchen garantieren, dass sie stehen und gehen können, wo sie wollen
Justizminister Vincent Van Quickenborne

"An bestimmten Orten der Hauptstadt trauen sich fast 80 Prozent der Frauen nicht mehr hin, aus Angst vor Belästigung. Deshalb wird dieses Projekt durchgeführt", verdeutlicht Justizminister Vincent Van Quickenborne (Open VLD, flämische Liberale). "Wir wollen Frauen und Mädchen garantieren, dass sie stehen und gehen können, wo sie wollen."

"Wir beginnen jetzt mit wöchentlichen Patrouillen an sogenannten Hotspots. Wenn das Projekt gut läuft, werden wir mit anderen Städten sprechen, um auch dort etwas vergleichbares zu starten, denn das ist vor allem ein Problem in großen Städten", so Van Quickenborne noch.

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