Drei Festnahmen nach Mordfall in einem Park: Schwulenfeindlichkeit als Motiv noch nicht bestätigt

Die Justizbehörden in Ostflandern untersuchen den Tod eines 42-jährigen Mannes, dessen Leiche am Samstag in einem Park in Beveren gefunden wurde. Der Mann, der aus Sinaai in der Nähe von Sint-Niklaas stammte, wurde möglicherweise bei einem homophoben Angriff getötet. Die Justizbehörden weigern sich aber, ihre laufenden Ermittlungen zu kommentieren und extreme Schwulenfeindlichkeit als Motiv zu bestätigen. In mehreren Zeitungen vom Montagmorgen wird jedoch ausführlich über den Mordfall berichtet. Auch Premierminister De Croo reagierte.

Der Mann hatte seine Mörder vermutlich über eine Dating-App für schwule Männer kennengelernt und war dann in den Park gelockt worden. Bei seiner Ankunft warteten laut bisherigem Ermittlungsstand bereits drei Jugendliche auf ihn. Von diesen wurde er brutal zusammengeschlagen  und starb an seinen Verletzungen. Drei Verdächtige wurden bisher festgenommen. Die Justizbehörden weigern sich derzeit, weitere Auskünfte über den tödlichen Vorfall zu geben.

Sollte tatsächlich Homophobie das Motiv für die Tötung des Mannes gewesen sein, wäre er damit der zweite schwule Mann in Belgien in der jüngeren Geschichte, der wegen seiner sexuellen Orientierung ermordet wurde. 2021 wurde Ihsana Jafri von vier Männern in Lüttich aus demselben Grund ermordet.

"Entsetzen und Fassungslosigkeit"

Bürgermeister Marc Van de Vijver (CD&V) von Beveren reagiert "mit Entsetzen und Fassungslosigkeit" auf den Fall. "Ich hoffe, dass dies nie wieder vorkommt. Die Täter müssen gefasst und hart bestraft werden, damit solche Taten nie wieder geschehen."

Das Opfer wurde vermutlich über eine Dating-App von drei Tätern in den Park gelockt. "Ich kann nichts konkretes zu diesem Fall sagen, aber ich möchte einen Appell an die Leute richten, die auf diese Art von Dating-Apps reagieren, Vorsicht walten zu lassen", sagte Van de Vijver.

Auch Premierminister Alexander De Croo (Open VLD) reagierte auf Twitter schockiert auf den Vorfall. "Ich bin schwer schockiert über die extreme Homophobie in Beveren. Das ist wirklich schrecklich", klingt es. "Die Justiz muss jetzt ihre Arbeit machen. Aber eines muss klar sein: Wir in unserem Land werden diese Gewalt niemals akzeptieren."

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