In Belgien wegen Terrorismus verurteilter iranischer Diplomat legt Berufung ein

Der im Februar zu 20 Jahren Haft verurteilte iranische Diplomat Assadollah A. geht gegen seine Verurteilung in Berufung. Er und drei weitere in diesem Zusammenhang zu langen Haftstrafen verurteilte Personen fordern einen neuen Prozess. A. und seine Mitstreiter haben laut Gerichtsurteil im Sommer 2018 einen Anschlag auf ein Treffen iranischer Oppositioneller in Paris geplant, doch der Plan flog auf und das Quartett konnte im Vorfeld von der belgischen Polizei festgenommen werden.

Das Gericht in Antwerpen sah es als erwiesen an, dass Assadollah A. und seine drei aus dem Iran stammenden Mitstreiter das Attentat auf oppositionelle Landsleute in Villepinte bei Paris geplant hatten und den Ermittlungen zufolge war der Diplomat A., der in Wien akkreditiert war, der Dreh- und Angelpunkt in dieser Planung (siehe nebenstehende Beiträge). 

Die belgische Staatsanwaltschaft ging davon aus, dass A. ein iranischer Geheimdienstagent ist und dass er seinen Diplomatenstatus nur als Tarnung nutzte.

Die Regierung des Iran hielt den Prozess gegen Assadollah A. für illegal und bestellte nach der Urteilsverkündung den belgischen Botschafter in Teheran ein, um ihm eine Protestnote zu überreichen. 

Der Fall führte aber nicht nur in Belgien zu internationalen diplomatischen Spannungen, sondern auch mit anderen Ländern, u.a. mit Deutschland.

Assadollah A. war einige Tage nach dem vereitelten Attentat in Bayern festgenommen worden und die bundesdeutschen Behörden hoben dessen diplomatischen Status auf und überstellten ihn der belgischen Justiz. 

Auch der deutsche Botschafter in der iranischen Hauptstadt wurde seinerzeit einbestellt. 

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