Längerer Zeitraum zwischen zwei Pfizer-Impfungen - Risikopatienten werden ab Anfang April geimpft

Die Gesundheitsminister in Bund, Ländern und Regionen in Belgien haben am Mittwoch beschlossen, den Zeitraum zwischen zwei Impfungen mit dem Vakzin von Pfizer/BioNTech auf 5 Wochen zu verlängern. Dieser Entschluss fiel nach einer dahingehenden Empfehlung des Hohen Gesundheitsrates in Belgien. Zudem wurde beschlossen, dass im Rahmen der Impfstrategie ab dem 2. April die sogenannten Risikopatienten gegen Corona geimpft werden.

Aktuell wird bei Personen, denen der Impfstoff von Pfizer/BioNTech verabreicht wird, die zweite Impfung nach 3 Wochen gegeben. Doch dieser Zeitraum wird jetzt auf 5 Wochen verlängert, wie die belgischen Gesundheitsminister am Mittwoch im Rahmen ihrer interministeriellen Sitzung (IMC) beschlossen haben. Experten und der Hohe Gesundheitsrat hatten dies bereits vor einiger Zeit schon empfohlen, doch erst jetzt fiel der entsprechende Beschluss dazu.

Damit wird möglich, mehr Menschen die erste Impfung zu verabreichen und die vorhandenen Impfdosen dazu zu nutzen. Bisher wurde für jede Impfung die zweite Dosis reserviert, was den zeitweiligen Engpass bei den Lieferungen der Vakzine noch verschärfte.

Nach Angaben von Flanderns Landesgesundheitsminister Wouter Beke (CD&V) bietet die erste Impfung ausreichend Schutz für die Betroffenen. Zur möglichen Entspannung in der Impfstrategie sagte Beke gegenüber VRT NWS: „Konkret bedeutet das, dass wir alle über 65-Jährigen schon bis Ende April impfen können und nicht erst bis Mitte Mai. Dadurch können wir auch schon früher mit der nächsten Zielgruppe beginnen.“

Inzwischen kündigte Pfizer/BioNTech an, schneller liefern zu können und Ursula Von der Leyen, die Vorsitzende der EU-Kommission, gab bekannt, dass die Union weitere 4 Millionen Impfdosen bei diesem Pharmakonzern bestellt habe. Das bedeutet für Belgien kurzfristig 100.000 Impfdosen mehr.

Risikopatienten

Ab dem 2. April werden auch die die sogenannten Risikopatienten gegen Corona geimpft. Das sind, z.B. chronisch Kranke und Personen, die permanent an anderen Krankheiten leiden. Solche Patienten können bei einer Ansteckung mit Covid-19 schwer erkranken und ins Krankenhaus eingeliefert werden. Deshalb wird ihnen Vorrang bei der Corona-Impfung gewährt. 

Jetzt, wo sich die Lage in Sachen Impfstoff-Vorräte etwas entspannt und auch durch den Beschluss, den Zeitraum zwischen den beiden Pfizer-Impfdosen um zwei Wochen zu verlängern (siehe oben), kann die Impfphase für diese Personengruppe vorgezogen werden. Die Betroffenen werden zu gegebenem Zeitpunkt ein Schreiben erhalten, in dem erklärt wird, wo und wann sie geimpft werden können.

Wer steht auf diese Liste?

Patienten zwischen 45 und 64 Jahren, die an folgenden Krankheiten leiden:

-      chronische Erkrankungen der Luft- und Atemwege$

-      chronische Herz- und Gefäßkrankheiten

-      Übergewicht (Obesitas)

-      Diabetes (Zucker)

-      chronische Nervenleiden

-      Demenz

-      Krebs (mit Tumoren)

-      erhöhter Blutdruck

Patienten zwischen 18 und 45 Jahren, die an folgenden Krankheiten leiden:

-      chronische Nierenleiden

-      chronische Leberkrankheiten

-      hämatologische Krebserkrankungen (z.B. Leukämie)

-      Downsyndrom

-      Transplantationspatienten (auch solche, die auf ein Spenderorgan warten)

-      Personen mit gestörtem Immunsystem

-      HIV-Positive (Aids)

-      Personen mit seltenen Krankheiten und Leiden

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