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„Zuviel Energie!?“ - Stromerzeuger muss einen Offshore-Windpark abstellen

Der belgische Stromproduzent Eneco hat am Donnerstagmittag eine seiner Offshore-Windkraftanlagen in der Nordsee abgeschaltet, obschon es durch den Sturm jede Menge Wind gab. Grund für diesen Schritt war ein Überangebot an Elektrizität durch die Kernkraftwerke. Wind- und Sonnenenergie trugen zu negativen Strompreise am kurzfristigen Energiemarkt bei.

Am Spotmarkt, wo kurzfristige schnelle Geschäfte mit Strom abgeschlossen werden, sanken die Preise auf Minus 50 € pro Megawattstunde Elektrizität (Mwh). Eneco-Sprecher Mark Van Hamme sagte dazu gegenüber der Nachrichtenagentur Belga: „Es wird so viel Energie durch Kernkraft erzeugt, dass wir zu dieser Abschaltung verpflichtet wurden. Eigentlich sollte erneuerbare Energie immer Vorrang auf dem Netz bekommen.“

„Windräder stilllegen, wenn viel Wind weht, das stellt die Welt auf den Kopf“, sagte Belgiens Energieministerin Tinne Van der Straeten von den flämischen Grünen (Groen). Dies beweise, so die Ministerin, warum das sogenannte CRM-System, ein Fördersystem für Investoren, die den Ausstieg aus der Kernkraft ermöglichen, notwendig sei.

Durch die geplante Energiewende in Richtung erneuerbare Energiequellen in Belgien braucht es inzwischen lenkbare und flexible Kapazitäten. Dabei bevorzugt Belgien derzeit übergangsweise Gaskraftwerke, wie die Ministerin erläutert: „Der CRM-Mechanismus bietet diese Flexibilität. Man kann diese Anlagen herunter- und wieder hochfahren.“ Das ist bei Atomkraftwerken nicht der Fall. Diese können nicht so einfach ab- und angeschaltet werden. 

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