Zwei der Attentäter von Paris und Brüssel haben 2014 "probeweise" einen Mann umgebracht

Zwei der aus der belgischen Hauptstadt stammenden islamistischen Terroristen, die für die Anschläge in Paris 2015 und in Brüssel 2016 mitverantwortlich sind, haben 2014 im Brüsseler Stadtteil Jette einen älteren Mann erschossen, um zu sehen, „wie sich ein Mord anfühlt.“ Dies gab Osama Krayem, einer der überlebenden Terroristen des Anschlags von Brüssel bei einem Verhör an, wie die flämische Tageszeitung De Morgen am Freitag meldete.

Die Gebrüder Ibrahim und Khalid El Barkaoui gehörten zu den islamistischen Terroristen, die bei den Selbstmordattentaten am Flughafen von Zaventem und in der Metrostation Maalbeek (Foto) im Zentrum von Brüssel ums Leben kamen. Nach Angaben von Osama Krayem im Zuge eines Verhörs haben die beiden Brüder am 14. Dezember 2014 in Jette einen älteren Mann erschossen.

Aussagen eines Terroristen bei einem Verhör

De Morgen Krayem, einer der Überlebenden der Brüsseler Anschläge, zitierte aus den Aufzeichnungen seiner Verhöre: „Khalid hat mir erzählt, dass er und Ibrahim jemanden totgeschossen haben. Eine wahllos ausgesuchte Person. Ich fragte ihn, was danach passiert sei. Er sagte, dass die Polizei dessen Leiche geborgen habe und dass es das war. Er lächelte dabei, als er mir das erzählte.“

In einem weiteren Verhör ging Krayem noch einmal auf diesen Vorgang ein: „Khalid erklärte mir, dass es sich dabei um eine ältere Person gehandelt hat und dass sie einmal testen wollten, wie es ist, jemanden zu ermorden.“ Daraus schloss die Polizei, dass es sich bei dem Getöteten um den damals 76 Jahre alten Rentner Paul-André Vanderperren aus Jette handelte. Dieser hatte zuvor in einem Café ein Fußballspiel angesehen und war auf dem Rückweg nach Hause mit einem Kopfschuss ermordet worden.

Akte geschlossen

Damals fand die Polizei keinerlei Hinweise auf etwaige Täter oder auf irgendeinen Grund, warum Vanderperren ums Leben gebracht worden sein könnte. Noch im Jahr 2018 rief die Brüsseler Polizei erfolglos über einen Fahndungsaufruf über die Medien, eventuelle Zeugen oder Personen, die zu dem Vorgang etwas sagen könnten, dazu auf, sich zu melden.

Nach den Äußerungen Krayems schloss die Brüsseler Ratskammer die Akte Vanderperren und begründete dies mit der Tatsache, dass die Täter bekannt aber nicht zu identifizieren seien, weil sie nicht mehr leben würden, was in solchen Fällen die Regel ist. Der Anwalt der Witwe Vanderperrens sagte dazu, dass der Mord durch die Gebrüder El Bakraoui die einzige plausible Erklärung sei, „doch das ist nicht sicher.“ Eine Waffe konnte bisher nicht gefunden werden und eine ballistische Untersuchung sei nicht erfolgt, so der Anwalt gegenüber VRT NWS. 

Meist gelesen auf VRT Nachrichten