Ausschreitungen in Lüttich: 36 Polizisten verletzt, 10 Personen festgenommen

Am gestrigen Samstag kam es im Zentrum der wallonischen Stadt Lüttich nach einer angekündigten und genehmigten ‚Black Live Matters‘-Demo zu gewalttätigen Ausschreitungen. Dabei wurden 36 Polizeibeamte verletzt, von denen 9 im Krankenhaus ärztlich versorgt werden mussten. Etwa ein Dutzend Randalierer wurden verhaftet. Das wurde am Sonntagvormittag während einer Pressekonferenz des Bürgermeisters und des Polizeichefs von Lüttich (Foto) bekannt gegeben.

Gestern kam es in Lüttich zu schweren Ausschreitungen nach einer Black-Lives-Matter-Demonstration. Auslöser war eine gewaltsame Festnahme Anfang der Woche, bei der eine schwarze Frau verletzt worden war. Bilder der Verhaftung wurden in den sozialen Medien geteilt (siehe Video). Die Demonstration verlief erst friedlich, aber die Atmosphäre änderte sich, als ein junger Mann ein Polizeimotorrad umwarf.

Dutzende von Demonstranten griffen daraufhin die Polizei an. Zahlreiche Geschäfte und Restaurants wurden beschädigt und geplündert. Das Polizeirevier und mehrere Polizeifahrzeuge wurden mit Steinen beworfen. Die Polizei in Lüttich erhielt Verstärkung aus Brüssel und setzte einen Wasserwerfer und Tränengas ein. Um 19.00 Uhr war weitgehend Ruhe eingekehrt.

Christian Beaupère, Polizeipräsident von Lüttich, zog Sonntagvormittag eine erste Bilanz. "Insgesamt wurden 36 Beamte verletzt, von denen 9 ins Krankenhaus gebracht wurden. Ein Beamter befindet sich derzeit noch im Krankenhaus. “Der Beamte auf dem umgestürzten Polizeimotorrad wurde ebenfalls verletzt, seine Verletzungen sind jedoch nicht schwerwiegend.“

(Lesen Sie bitte unter dem Video weiter, dass die Festnahme einer afrikanischen Frau am vergangenen Montag in Lüttich zeigt.)

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Polizeipräsident: "Das war vorher klar abgesprochen"

Nach Angaben des Polizeipräsidenten waren es etwa 200 bis 300 Randalierer. Nicht alle von ihnen kamen aus Lüttich, sondern auch aus Brüssel und anderen Städten. Für ihn ist es "ganz klar", dass sich die Störenfriede im Vorfeld abgesprochen hatten. "Die Art und Weise, wie dies entstanden und so schnell eskaliert ist, lässt vermuten, dass es nicht das erste Mal war."

Bürgermeister Willy Demeyer (PS) sagt, die Polizei müsse sich an die strenge Geheimhaltung der Ermittlungen halten und könne daher nicht über den Sachverhalt vom Montag kommunizieren.  "Aber Tatsache ist inzwischen leider, das alles, was ein Polizeibeamter tut, gefilmt wird, und diese Videos werden dann ohne jede Erklärung in den sozialen Medien verbreitet", sagte Demeyer. "Und das schafft ein aggressives Klima."

Auch Polizeichef Beaupère ging nicht auf die Fakten vom Montag ein. Für ihn ist aber klar, dass diese nur ein Vorwand waren, um gestern "eine Welle von Wut und Gewalt" zu provozieren. Die Stadt unterstützt die betroffenen Händler beim Feststellen und Beheben der entstandenen Schäden, wurde während der Pressekonferenz noch angekündigt.

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