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Historisch: Nach 48 Jahren spielt UnionStGilloise wieder in der ersten belgischen Fußball-Liga

Das Brüsseler Team Union wird in der nächsten Saison wieder zur Elite im belgischen Fußball gehören. Der Klub mit 11 Titeln auf der Habenseite erzielte gegen RWDMolenbeek am Samstagabend seinen 19. Saisonsieg und ist an der Spitze der Liga 1B nicht mehr einzuholen. 

Beide Teams freuten sich sichtlich auf das Spiel. Enthusiastisch, aber konzentriert begannen sie die erste Halbzeit. In dem Moment, als RWDM die Oberhand zu gewinnen schien, boxte Sadin den Ball in die Füße von Undav. Der Union-Stürmer zögerte nicht und schoss den Ball zum 1:0 (16‘) ins Netz.

RWDM lehnte sich nicht zurück und ging sofort in den Angriff über. Das erwies sich als eine gute Strategie. Lavie brachte den Spielstand sofort wieder ins Gleichgewicht. (1:1, 17‘)

Union ging aber in der 34‘ nach einer schönen Aktion mit einer 2:1-Führung in die Kabine. Jordanov schnitt nach innen und platzierte den Ball auf den Kopf von Francois. Francois köpfte den Ball hart ins Tor.

UnionStGilloise erkämpft sich den wohlverdienten Titel

Auch in der zweiten Halbzeit schoss Union aus den Startlöchern. Die Mannschaft wollte unbedingt noch ein drittes Tor erzielen. Die Verbissenheit beider Teams war so groß, dass sie sich gegenseitig kein Tor mehr gönnten. Es blieb beim 2:1 zu Gunsten von Union.

Die Männer von Trainer Mazzu kassieren ihre hervorragende Saison mit einer historischen frühen Titelfeier. "Das ist eine Erinnerung fürs Leben", so Tormann Dante Vanzeir. "Wir werden alle Kühlschränke leer trinken", fügten seine Teamkollegen feierlich hinzu.

Nach 48 Jahren kehrt Union in Belgiens Fußball-Oberhaus zurück

Am 1. November 1897 wurde die Union Saint-Gilloise gegründet. Damals war der Verein aus Sint-Gillis in Brüssel ohne Übertreibung die sportliche Referenz. Unmittelbar nach der Jahrhundertwende schoss der Verein wie ein Komet an die Spitze des belgischen Fußballs. Der erste Titel folgte 1904, in den nächsten 10 Jahren sollten 6 weitere folgen.

Während der Zwischenkriegszeit wuchs die Popularität des Brüsseler Vereins immer weiter, was schließlich zum sportlichen Höhepunkt der Vereinsgeschichte führte. Zwischen 1933 und 1935 blieb der Verein 60 Spiele in Folge ungeschlagen, ein Rekord, der seitdem nie wieder erreicht wurde. Diese Serie bescherte dem Club drei Meistertitel in Folge.

Was damals kaum jemand für möglich gehalten hätte, war, dass der Titel von 1935 auch der letzte in der Vereinsgeschichte sein würde. Danach war der Verein nicht mehr in der Lage, an der Spitze des belgischen Fußballs mitzuhalten. 1950 stieg Union zum ersten Mal aus der höchsten Liga ab und erneut 1973, nach der vorerst letzten Saison auf höchstem Niveau.

Der sportliche Misserfolg brachte auch einen finanziellen Engpass mit sich, so dass ein Konkurs nicht mehr zu vermeiden war. Am 14. Oktober 1976 erklärt das Handelsgericht Brüssel die Royale Union offiziell für bankrott.

2013: Ausländische Geldgeber stellen die Tradition wieder her

Es ist der Beginn von mehreren Jahrzehnten ohne sportliche Höhepunkte. Die Wende kommt erst 2013, als der ehrgeizige deutsche Geschäftsmann Jürgen Baatzsch Hauptanteilseigner des Vereins wird. Damals konnte Union gerade noch den erneuten Abstieg in die vierte Liga vermeiden, doch dank der wiedergewonnenen Finanzkraft ist der Verein bald wieder eine stabile Größe in der zweiten Liga.

Der sechste Platz in der Saison 2015/2016 berechtigt sie lediglich dazu, ab der folgenden Saison zu den 24 belgischen Profivereinen zu zählen.

Union steigt damit in die erneuerte 1B-Liga ein, wo die Mannschaft das Interesse des britischen Glücksspiel-Milliardärs Tony Bloom weckt, dem auch der englische Erstligist Brighton gehört. Er übernahm 2018 den Vorsitz von Baatzsch und machte den Aufstieg in die erste Liga zur absolut obersten Priorität. Drei Jahre später ist dieses Ziel erreicht.  

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