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Krawalle in Lüttich: 9 Verletzte, manche Randalierer kamen aus Brüssel und Frankreich

In Lüttich kam es am Samstagnachmittag nach einer "Black Lives Matter"-Demonstration zu schweren Ausschreitungen. Fernsehbilder zeigen eine regelrechte Straßenschlacht zwischen der Polizei und den Demonstranten. Mehrere Menschen wurden verletzt: 9 mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden. Am Abende beruhigte sich Lage, aber die Polizeipräsenz blieb massiv. Nach Angaben des sozialistischen Bürgermeisters von Lüttich, Willy Demeyer (PS), waren einige der Randalierer aus Brüssel und sogar aus Frankreich angereist.

Am vergangenen Montagmorgen wurde in Lüttich eine schwarze Frau bei einer gewaltsamen Festnahme durch die Polizei verletzt. Die Bilder dieser Verhaftung wurden in den sozialen Medien geteilt und waren der direkte Anlass für die Demonstration am Samstagnachmittag im Lütticher Stadtzentrum. Die Demonstration selbst - mit etwa 200 Teilnehmern - verlief friedlich, aber danach soll ein junger Mann ein Polizeimotorrad umgestoßen haben und dass habe die Ausschreitungen ausgelöst.

"Sie haben eine schwarze Frau angegriffen", sagte einer der Demonstranten dem öffentlich-rechtlichen französischsprachigen Rundfunkt RTBF. "Vier Polizisten gegen eine Frau. Das ist doch absurd. Deshalb wurde diese Demonstration organisiert. Die Teilnehmer demonstrierten auf eine korrekte Art und Weise, wurden aber weggejagt. Dann wurde es brutal."

Sie demonstrierten auf eine korrekte Art und Weise und wurden weggejagt

Dutzende von Demonstranten griffen die Polizei an. Einige Geschäfte und Restaurants wurden geplündert und beschädigt. Polizeiverstärkung rückte an, unter anderem mit einem Wasserwerfer. "Die Polizei tut so, als ob nichts wäre", sagte einer der Demonstranten. "Warum sollten wir Respekt zeigen, wenn sie das uns gegenüber nicht tun? Wir haben versucht, mit ihnen zu reden."

Polizeirevier im Lütticher Stadtzentrum angegriffen

Gegen 16 Uhr wurden auch das Polizeirevier in der Lütticher Innenstadt und mehrere Polizeifahrzeuge mit Steinen beworfen. Nach Angaben der Polizei handelte es sich um Jugendliche, die bewusst die Konfrontation suchten und sich "schnell und in Gruppen" bewegen. Auch einige Fenster des Rathauses wurden zerstört. Ein paar Stunden lang kam es zu einem Katz- und Mausspiel zwischen Demonstranten und Polizei. Straßenmobiliar wurde als Wurfgeschosse benutzt und auf die Polizei geworfen. Die Polizei reagierte mit Wasserwerfern und Tränengas.

Gegen 19 Uhr war die Ruhe weitgehend zurückgekehrt und die ersten Ladenbesitzer kamen, um den angerichteten Schaden in Augenschein zu nehmen. "Darauf hätten wir in diesen schwierigen Zeiten als kleine selbstständige Unternehmer verzichten können", sagt einer von ihnen VRT NWS.

Zugereiste Chaoten

Die Polizeipräsenz im Zentrum von Lüttich blieb die ganze Nacht massiv, so Bürgermeister Willy Demeyer (PS) in den RTBF-Nachrichten. Insgesamt waren gestern mehr als 250 Beamte im Einsatz. "Ich habe das Gefühl, dass der bedauerliche Vorfall vom Montag von Randalierern missbraucht wurde", sagte Demeyer. "Einige von ihnen kamen nicht aus Lüttich, sondern aus Brüssel und sogar aus Frankreich."

Mehrere Personen wurden verletzt. Insgesamt wurden neun Personen ins Krankenhaus eingeliefert, darunter fünf Polizeibeamte. Auch mehrere Journalisten wurden von Demonstranten bedroht. Ein Journalist von RTL musste seine Live-Sendung unterbrechen. Und ein RTBF-Übertragungswagen wurde von bewaffneten Demonstranten umzingelt, um sie am Filmen zu hindern.

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