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Außenhandel: Belgien registrierte schon im Januar die ersten negativen Folgen des Brexit

Der Warenverkehr zwischen Belgien und Großbritannien zeigte im Januar schon die ersten deutlichen Folgen des Ausstiegs Großbritanniens aus der Europäischen Union. Der Import aus Großbritannien nach Belgien sank Vergleich mit Januar 2020 um 54,4 % und der Export in Richtung britische Inseln schrumpfte um mehr 35 %. 

Diese Entwicklung geht aus Zahlen hervor, die die Belgische Nationalbank (BNB) am Montag veröffentlichte. Dieser deutliche Rückgang sowohl im Export, als auch beim Import, ist deutlich auf den Brexit zurückzuführen. Im Januar endete der freie Warenaustausch zwischen Belgien, bzw. zwischen der EU und Großbritannien. Dies brachte zudem neue Zollformalitäten und Grenzkontrollen mit sich.

Ob dieser Rückgang nur vorübergehend sei und ob er ausschließlich auf die Grenzformalitäten zurückzuführen sei, bleibe abzuwarten:  „Teilweise könnte es sich bei diesen besonders schwachen Zahlen um einen Ausgleich zu den höheren Zahlen Ende letztes Jahr handeln“, heißt es in einer Erklärung der Nationalbank. Viele Unternehmen hätten vorausschauend ihre Lagerbestände aufgestockt, um möglichen Problemen zuvorzukommen.

Handelsbilanz

Noch 2020 war Großbritannien der viertgrößte Absatzmarkt für Belgien  hinter Deutschland, Frankreich und den Niederlanden. Belgien führte letztes Jahr Güter und Waren im Wert von 28 Mia. € ins Vereinigte Königreich aus und führte gleichzeitig Produkte im Wert von 14 Mia. € von dort her ein.

Der Brexit wirkt sich laut Nationalbank auch negativ auf den allgemeinen Außenhandel bzw. auf die Handelsbilanz Belgiens aus: Die gesamten Importe aus Belgien gingen im Januar 2021 im Jahresvergleich 16,1 % zurück und die Exporte sanken gleichzeitig um 11,7 %. Noch im Dezember 2020 gab es ein Exportplus um 3,7 % und einen Importzuwachs um 1,4 % zu verzeichnen. 

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