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Teile einer Römerstraße zwischen Antwerpen und Westflandern freigelegt

In Adegem bei Maldegem in Ostflandern sind bei Bauarbeiten zum ersten Mal konkrete Spuren von der alten Römerstraße zwischen Antwerpen und der Provinz Westflandern freigelegt worden. Das es diese Straße einmal gegeben hatte, war aus historischen Dokumenten bekannt, doch jetzt liegt dazu zum ersten Mal ein entsprechender archäologischer Beweis vor. 

Die Spuren der alten Römerstraße zwischen Antwerpen und einem früheren Römerlager bei Oudenburg im heutigen Westflandern tauchten bei Bauarbeiten in Adegem bei Maldegem auf und zwar bei Aushubarbeiten zum Bau eines Supermarktes. Vor knapp einer Woche begannen Archäologen mit ihren Forschungsarbeiten, denn es wurde bereits im Vorfeld der Arbeiten vermutet, dass sich dort Hinweise auf die Römerstraße finden lassen können.

Johan Hoorne, einer der hier zuständigen Archäologen, sagte dazu gegenüber dem VRT-Sender Radio 2/Ostflandern: „Das Gelände liegt direkt neben der Landstraße N9 und wir hatten hier einiges erwartet. Das das auch wirklich so ist, freut uns sehr.“

Dies sei seinerzeit eine der wichtigsten Verbindungsrouten in der gesamten Region gewesen, so der Archäologe weiter: „Das war ein Sandweg nach Antwerpen, der über den Sandrücken von Oudenburg verlief.“ In der Umgebung von Adegem kreuzten sich offenbar zwei wichtige Routen.

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

De Logi & Hoorne

Zum einen verlief hier die Nordsüd-Verbindung von Kerkhove an der Provinzgrenze zu Westflandern nach Aardenburg in Zeeuws-Flandern. Und dann war da noch der hier entdeckte Weg von Oudenburg nach Antwerpen: „Die römischen Wege hier sind nicht gut zu erkennen, da sie aus Sand und nicht aus Stein gebaut wurden. Was aber nicht bedeuten soll, dass sie nicht wichtig waren.“

Die Römerstraße wird wohl nicht erhalten bleiben. Zwar finden die Forschungsarbeiten im Rahmen einer verpflichteten archäologischen Untersuchung im Rahmen von Bauarbeiten statt, wenn eventuelle Funde bekannt sind, doch hier wird in erster Linie u.a. fotografisch Dokumentiert: „Dabei erstellen wir eine Landkarte, wir nehmen Bodenproben und graben alles aus, was wir entlang des Weges finden können. Ist das abgeschlossen, können die Bauarbeiten weiterlaufen.“

Für die Archäologen und Forscher ist hier in erster Linie wichtig, die römische Wirtschaft seinerzeit nachvollziehen zu können und auch die Erfassung der Landschaft, wie sie vor zweitausend Jahren ausgesehen haben könnte. 

De Logi & Hoorne

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