29. März: Am Aktionstag der Gewerkschaften wird auch der öffentliche Nahverkehr bestreikt

Die Gewerkschaften bei der Eisenbahn und bei den regionalen Nahverkehrsgesellschaften werden sich mit einem 24-Stundenstreik am 29. März dem Aktionstag der Gewerkschaften in der Privatwirtschaft anschließen. An diesem Tag wird den Forderungen der Arbeitgeberverbände im Rahmen der Tarifverhandlungen in der Privatwirtschaft mit Warnstreiks Nachdruck verliehen. 

Bisher ist bekannt, dass bei der flämischen Nahverkehrsgesellschaft De Lijn die beiden großen Gewerkschaften ACV (christlich) und ABVV (sozialistisch) streiken und bei der belgischen Bahngesellschaft NMBS/SNCB vorläufig nur die sozialistische ACOD Spoor. Die offiziellen Streikankündigungen bei der Bahn und bei De Lijn sind bereits eingegangen.

Bei der sozialistischen Eisenbahnergewerkschaft hieß es dazu, dass man Teil der ABVV sei und damit die Warnstreiks für mehr Lohn unterstützen wolle. Der Bahnstreik läuft von Sonntag, 28. März um 22 Uhr bis Montag, 29. März um 22 Uhr. Die christliche Eisenbahnergewerkschaft ACV-Transcom berät noch, ob sie sich den Aktionen anschließen wird.

Bei der NMBS/SNCB wird jetzt ein Notfahrplan erarbeitet, denn sie ist dazu verpflichtet, ein Mindest-Zugangebot an Streiktagen anzubieten. Das kann bedeuten, dass streikwillige Eisenbahner per Gesetz dazu verpflichtet werden, zum Dienst zu erscheinen.

Warum aber schließen sich die Gewerkschaften bei der Bahn und im Verkehrswesen den Tarifstreiks in der Privatwirtschaft überhaupt an?

Ganz einfach: Staatsbetriebe, wie die belgische Bahn, die Post (Bpost), die Nahverkehrsgesellschaften De Lijn, TEC (Wallonie) und MIVB/STIB (Brüssel) sowie der Telekomanbieter Proximus sind tariflich an die Lohnnorm der Privatwirtschaft gebunden. Hier bieten die Arbeitgeber eine Einkommenserhöhung von 0,4 % an, was die Gewerkschaften für zu niedrig halten (siehe nebenstehenden Beitrag). 

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