Belgiens Frittenbudenkultur möchte für das Unesco-Weltkulturerbe kandidieren

Navefrit, der nationale Dachverband der Frittenbuden-Betreiber, hat gemeinsam mit ähnlichen Vereinigungen einen Antrag bei der flämischen Landesregierung eingereicht, um von der Unesco als Immaterielles Weltkulturerbe anerkannt zu werden. 2014 wurde die Frittenbudenkultur bereits dem Inventar des flämischen Kulturerbes aufgenommen.

2016 geschah gleiches bei der Französischsprachigen Gemeinschaft in Belgien und nur ein Jahr später nahm auch die Deutschsprachige Gemeinschaft die Frittenbudenkultur in die regionale Liste des Immateriellen Kulturerbes auf. Jetzt aber wollen die Frittenbuden-Betreiber mehr.

Alle zwei Jahre darf Belgien einen neuen Kandidaten oder eine neue Kandidatur für die Aufnahme in die Liste des Immateriellen Kulturgutes der Menschheit einreicht. Und in Belgien wechseln sich Länder und Regionen ab. 2022 ist Flandern an der Reihe, also richtete sich Navefrit eben an die flämischen Landesbehörden mit ihrem Anliegen.

Flanderns Landeskulturminister, MP Jan Jambon (N-VA), wird seinen Entschluss nach einem Gutachten einer Expertenkommission Mitte Mai bekanntgeben und dabei beschließen, welche Kandidatur als Weltkulturerbe Belgien bei der Unesco nächstes Jahr einreichen wird.  

Nationales Kulturerbe, nicht nur einfach "eine Bude"

Eine Bedingung, um als Kandidat anerkannt zu werden, ist die Anerkennung in einer der Regionen in Belgien. Die Frittenbudenkultur ist neben der Bierkultur in unserem Land das einzige Kulturerbe, dass in allen Ländern und Regionen anerkannt ist, sagt Bernard Lefèvre dazu, der Vorsitzende von Navifrit: „Diese Kultur ist bei uns allen eingebrannt. Dabei handelt es sich um etwas ganz normales, um eine feste Wertschätzung in unserem Leben. Vielleicht müssen wir uns gerade deswegen gemeinsam um die Pflege dieses Kulturguts kümmern.“

Verdienen kann man mit einer Anerkennung als Unesco-Kulturerbes nichts, es sei denn, einen Anstieg der Umsätze, was ja auch nicht schlecht ist, doch in erster Linie geht es den „Fritüristen“ um die Ehre: „Das ist die beste Art und Weise, um unsere Frittenbuden wertzuschätzen, denn ihre Betreiber haben nicht nur mal eben ‚eine Frittenbude‘. Viele Leute halten es für normal, dass es Frittenbuden im Straßenbild gibt und dass es diese immer geben wird. Doch wir beobachten weltweit, dass die kleinen Handwerker immer mehr verschwinden…“  

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