BELGA

Krankenhäuser müssen mehr Corona-Betten vorsehen und nicht dringende Eingriffe verschieben

Das belgische Krankenhauswesen schaltet angesichts steigender Corona-Zahlen wieder auf Phase 1B um. Das bedeutet, dass sie ab Montag, den 22. März, jeweils die Hälfte ihrer Intensivbetten für Covid-19-Patienten freihalten müssen. Damit stehen weitere 1.000 Betten zur Verfügung. 4.000 Betten müssen für Corona-Patienten bereitstehen, die keine IC-Behandlung brauchen. Nicht-dringende Operationen, die eine Intensivbehandlung erfordern, werden vorerst verschoben.

„Natürlich werden notwendige Eingriffe weiter durchgeführt. Wir setzen nur Behandlungen aus, die auch verschoben werden können, damit die Intensivabteilungen nicht unnötig belastet werden.“, sagte Wendy Lee, die Sprecherin des belgischen Gesundheitsministeriums gegenüber der Nachrichtenagentur Belga.

Bundesgesundheitsminister Frank Vandenbroucke (SP.A) hatte bereits im Februar empfohlen, dass sich das Krankenhauswesen auf eine neue Phase 1B vorbereiten sollte, auch wenn zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar war, dass andere Behandlungen oder Operationen ausgesetzt werden müssten.

Als sich die Corona-Zahlen dann etwas stabilisierten, wurde die Deadline wieder nach hinten gezogen, doch jetzt muss Phase 1B bis zum kommenden Montag, 22. Dezember, umgesetzt sein. Der Druck auf die Krankenhäuser ist wieder sehr hoch. Aktuell werden zum ersten Mal seit Dezember 2020 mehr als 500 Corona-Patienten in Intensivstationen behandelt. 

Die Corona-bedingten Krankenhausphasen in Belgien

Phase 0 bedeutet, dass insgesamt 85 % der Betten für den regulären Krankenhausbetrieb vorbehalten sind und 15 % für Corona-Patienten, die eine Behandlung im Krankenhaus brauchen.

Phase 1A bedeutet, dass 25 % der Intensivbetten für Covid-Patienten freigehalten werden müssen und dass eine Abteilung für die Behandlung von Covid-Patienten vorgesehen sein muss.

Phase 1B bedeutet, dass die Corona-Abteilungen der Krankenhäuser innerhalb von 48 Stunden auf 50 % Intensivbetten erweitert werden müssen. Die Krankenhäuser müssen dann auch die vierfache Anzahl Nicht-Intensivbetten für Corona-Patienten freihalten.

Phase 2A bedeutet im Unterschied zu den Phasen 1A und 1B, dass zusätzliche Intensivbetten aufgebaut werden: 60 % der existierenden Intensivbetten müssen für Corona-Patienten vorgesehen sein und 15 % Betten für andere an Covid-19 Erkrankte. Die übrigen 40 % der Betten stehen für andere Patienten zu Verfügung. In dieser Phase sind die Krankenhäuser faktisch überbelegt und zu 115 % ausgelastet.

In der Phase 2B werden weitere 25 % zusätzliche Betten für Corona-Patienten geschaffen.

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