"Mörderpaar" Lacote-Van Acker:  30 und 24 Jahre Haft wegen des Mordes an einem britischen Geschäftsmann vor 25 Jahren

Das „Most-Wanted“-Paar Jean-Claude Lacote und Hilde Van Acker ist vor einem Gericht in Brügge wegen des Mordes an einem britischen Geschäftsmann im Jahr 1996 schuldig gesprochen und zu 30 bzw. 24 Jahren Haft verurteilt worden. Damit kann ein Morddossier nach knapp 25 Jahren geschlossen werden. Lacote und Van Acker standen jahrelang auf internationalen Fahndungslisten und konnten 2019 in der Elfenbeinküste festgenommen und an die belgische Justiz ausgeliefert werden.

Beide befanden sich schon einmal in Haft, wurden aber wieder freigelassen und flohen seitdem vor der belgischen Justiz, wobei sie in Kanada, in den USA, in Brasilien, in Südafrika und zuletzt in der Elfenbeinküste lebten. 

2011 wurde in diesem Fall ein Schwurgerichtsprozess organisiert, bei dem die beiden Kriminellen aber nicht zugegen waren. Damals wurden sie in Abwesenheit zu lebenslanger Haft verurteilt.

Nach den Plädoyers nahmen die beiden Angeklagten das Wort, wobei Jean-Claude Lacote lediglich sagte, dass sein Anwalt bereits gesagt habe. Hilde Van Acker wiederholte, dass sie seit fast 25 Jahren wegen eines Mordes beschuldigt werde, mit dem sie nichts zu tun habe. Sie bedauerte, dass ihre gesamte Familie darunter zu leiden habe und dass sie noch die Gräber ihrer Eltern und ihres Bruders besuchen wolle, um Abschied nehmen zu können. Sie und ihre Anwälte hielten bis zuletzt an ihrer Unschuld fest.

Doch die Geschworenen sahen es als erwiesen an, dass die beiden am 23. Mai 1996 den britischen Geschäftsmann Marcus Mitchel in einem Waldstück nahe De Haan an der belgischen Küste getötet haben. Vor dem Todestags Mitchels gab es zwischen Lacote und Van Acker sehr häufigen Telefonkontakt (beide hatten damals bereits Mobil- und Autotelefone) und am Tag vor dem Mord erwarb Jean-Claude Lacote eine Waffe des gleichen Typs und Kalibers, wie die Tatwaffe. Sie befanden die Angeklagten, wie auch schon das erste Schwurgericht 2011, in allen Punkten für schuldig. 

Die Anklage fordert für Lacote lebenslängliche Haft und für Van Acker 30 Jahre Gefängnis. Ob Hilde Van Acker tatsächlich ins Gefängnis gehen muss, ist unklar, denn sie ist an Krebs erkrankt. 

Die Urteile

Letztendlich verurteilte das Gericht von Brügge Lacote zu 30 und Van Acker zu 24 Jahren Haft, blieb damit aber unter dem geforderten Strafmaß. Aber, die Urteilsbegründung des Schwurgerichts war deutlich. Es habe sich bei dem Mord 1996 um „eine regelrechte Exekution gehandelt“, so der Richter und man müsse die Gesellschaft vor Leuten, wie Jean-Claude Lacote schützen. Die Haftstrafen fielen eher „gemäßigt“ aus, weil das Gericht der Ansicht ist, dass der Zeitraum zwischen Tat und Urteil sehr groß ist (fast 25 Jahre). 

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