Studie zur Umweltverschmutzung durch das metallverarbeitende Unternehmen Umicore

Das der Schadstoffausstoß des metallverarbeitenden Unternehmens Umicore in Hoboken bei Antwerpen (Foto) seit Jahren die Umgebung und die Wohngebiete in unmittelbarer Nachbarschaft des Werks seit Jahren mit bleihaltigen Partikeln verseucht, ist bereits seit längerem bekannt. Doch eine neue Studie, die die „Pano“-Redaktion unseres Hauses VRT gemeinsam mit dem flämischen Nachrichtenmagazin Knack durchführte, stellt auch Rückstände von Cadmium und Arsen in der Umgebung fest. Diese Stoffe gelten als besonders krebserregend. 

Jetzt wird es zu einer einmaligen Untersuchung der Anwohner von Umicore in Hoboken kommen. Gegen die Umweltverschmutzung dieses Werks und dieses Unternehmens wurde bereits in den 1970er Jahren demonstriert. Heute sind die Bleiwerte in der Umgebung des Werks zwar noch nicht verschwunden, doch die Mengen sind stark gesunken. Doch die gesundheitsschädlichen Auswirkungen auf die Anwohner sind und bleiben vorhanden, besonders bei Kindern.

Entwicklungsschäden bei Kindern

Insgesamt sind rund um die Fabrik 64 Fälle von Kindern bekannt, die an den Folgen von Bleirückständen in ihren Körpern leiden. Einige von ihnen haben z.B. schwere Entwicklungs- und Motorikschäden, die nach medizinischen Untersuchungen auf Blei im Blut zurückzuführen sind. Rund um das Umicore-Werk leben viele finanziell minderbemittelte Familien und Einwanderer, da dort die Häuser und Wohnungen sehr billig sind.

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Studie von VRT und Knack

Jetzt führte die Studie für eine Reportage der VRT-Magazinsendung „Pano“ und für eine Artikelreihe im flämischen Nachrichtenmagazin Knack zu neuem Ungemach für Umicore. Staubproben in der direkten und weiteren Umgebung des Werks führten Arsen und Cadmium zutage, krebserregende Schwermetalle. Nirgendwo im belgischen Bundesland Flandern wurden auch nur annähern ähnlich hohe Konzentrationen von Arsen in der Umgebung von Fabriken entdeckt, so die Studie.

Fatale Folgen von 130 Jahren Industrie

Luc Gellens, ein früherer Direktor bei Umicore, sagte gegenüber VRT NWS dazu: „Ich glaube, dass dies die fatalen Folgen von industriellen Aktivitäten in den vergangenen 130 an dieser Niederlassung ist. Für Arsen haben wir noch einen weiten Weg zurückzulegen, doch es ist schon zu Verbesserungen gekommen.“ Jedes halbe Jahr wird den Kindern in den Siedlungen um Umicore herum Blut abgenommen, um eventuelle Bleiwerte festzustellen, doch für Arsen ist dies bisher noch nicht passiert.

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Den „sense of urgency“ verstanden

Doch dies wird sich ändern, wie Luk Lemmens (N-VA), Abgeordneter in der Provinz Antwerpen andeutete: „Wir werden jetzt damit beginnen. Ich glaube, dass inzwischen jeder die ‚sense of urgency‘ verstanden hat.“ Die Anwohner protestieren heute noch immer gegen die Umweltverschmutzung bei Umicore.

Umweltverschmutzung ist da und bleibt da

Inzwischen unternimmt das Unternehmen vieles, um den Schadstoffausstoß zu senken und Umicore gibt jährlich viele Millionen Euro aus, dass dies noch besser wird. Aber, die Luft- und Umweltverschmutzung in dieser Gegend ist da und bleibt da. Da helfen auch keine Prämien für Anwohner, die sich neue Wohnungen suchen wollen und auch nicht der Ankauf von verseuchten Häusern, um diese abzureißen. 

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