Flämische Regierungspartei N-VA zankt sich um den Verlauf der Osterferien an der Küste

Terrassen öffnen oder geschlossen lassen? Extra Züge einsetzen oder eher nicht? In der rechtskonservativen Partei N-VA, die in Flandern den Ministerpräsidenten stellt und belgienweit als größte und einflussreichste Partei gilt, zanken sich die Eminenzen um den Verlauf der Osterferien an der Küste.  

Wegen der Corona-Maßnahmen sind die Hotels und Restaurants in Belgien nach wie vor geschlossen. Auch an der belgischen Küste. Wenn aber schönes Wetter ist, wie jüngst in den Karnevalsferien, scheint jeder mit Mann und Maus zur Küste fahren zu wollen und setzt die belgische Bahn zusätzliche Züge für ihre Reisenden ein. Das führte in den Karnevalsferien zu Hochbetrieb in den Bahnhöfen und auf den Deichen am Strand. 

Die flämische Tourismusministerin Zuhal Demir (N-VA) (Foto oben) will den Touristenstrom Richtung Küste begrenzen. Sie will den Bundesverkehrsminister, Georges Gilkinet von den frankophonen Grünen (Ecolo) jedenfalls bieten, keine extra Züge zwischen Inland und Küste vorzusehen. 

“Da Restaurants und Cafés nicht offen haben, frage ich mich, was man dort überhaupt verloren hat”, fragte sich die Tourismusministerin im VRT Fernsehen: “Besucher können nicht einmal auf Toilette gehen, weil alles geschlossen hat." 

Die Reaktion von Zuhal Demir mag verwundern, denn erst kürzlich hat die N-VA, als einzige Partei, auf verschiedenen Ebenen dafür plädiert, die Restaurant- und Caféterrassen trotzdem zu öffnen. In diesem Sinne preschten der flämische Ministerpräsident Jan Jambon (Foto unten), der Parteivorsitzende Bart De Wever und der Fraktionsvorsitzende Peter De Roover noch in dieser Woche vor. 

James Arthur Photography

Als Argument führten Jambon, De Wever und De Roover an, man wolle vermeiden, dass die Küstenbesucher sich wieder alle an einem Ort konzentrieren würden. Wenn die Terrassen der Restaurants und Cafés geöffnet hätten, würden sich die Besucher besser über die Küste verteilen und gäbe es auch offene Toiletten. Die Bürgermeister der Badestädte pflichten den NVA-Eminenzen anscheinend bei, während die Restaurant- und Cafébesitzer selbst viel zurückhaltender sind. Die Gastronomen möchten erst einmal die Gewissheit erlangen, dass alle Kollegen – auch die Lokale ohne Terrassen - am 1. Mai öffnen können.

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