Wegen rasant steigender Corona-Zahlen: Regierungen beugen sich früher als geplant über Maßnahmen

Vor zwei Wochen noch hatten Bund und Länder mehrere Lockerungen der Corona-Maßnahmen in Aussicht gestellt, vorausgesetzt die Epidemie würde zurückgehen. Weil aber gerade dies nicht eintritt, stehen Jugendlager in den Osterferien, Vollzeit-Präsenzunterricht ab dem 19. April und eventuell sogar die Wiedereröffnung der Gastronomie ab dem 1. Mai wohl auf der Kippe. Premier De Croo und Gesundheitsminister Vandenbroucke sagten am Donnerstag im Parlament, man wolle alle Register ziehen, um die Verbreitung der Epidemie aufzuhalten und an den Lockerungen festhalten zu können.

Normalerweise sollte der Beratende Ausschuss erst am nächsten Freitag tagen, aber wegen der rasant steigenden Corona-Zahlen kommen die verschiedenen Regierungen des Landes bereits heute Nachmittag um 15 Uhr in einer Videokonferenz zusammen.    

Weil die neuen Corona-Fälle vor allem auf Infektionsherde am Arbeitsplatz und in den Schulen zurückzuführen sind, werden Homeoffice und Fernunterricht wohl wieder in den Vordergrund rücken, um die Verbreitung der Epidemie aufzuhalten. 

Angekündigte Lockerungen werden womöglich aufgeschoben

Ab dem 1. April sollten erneut 50 Personen an einer kulturellen Veranstaltung oder einem Gottesdienst teilnehmen dürfen. Auch die Wiedereröffnung der Freizeitparks und die Veranstaltung von Jugendlagern in den Osterferien waren ab April in Aussicht gestellt worden. “Gerade die Jugendlager sind ein heikler Punkt”, sagt Bart Verhulst, Politik-Reporter bei VRT NWS: “Während der Osterferien sind die Kontakte zwischen Schulkindern unterbrochen. Gehen diese aber gemeinsam ins Lager, besteht die Gefahr, dass neue Infektionsherde entstehen.” 

Die Experten, die die Regierungen beraten, empfehlen u. a. eine zusätzliche Woche Fernunterricht nach den Osterferien. Aber auch eine Woche Fernunterricht für die zweite und dritte Stufe der Sekundarschule vor dem Beginn der Osterferien könnte zu den Maßnahmen gehören. 

Beobachter gehen davon aus, dass die Behörden die Maßnahmen jetzt verschärfen, damit die in Aussicht gestellten Lockerungen ab Mai doch behalten werden können. 

Alle Register ziehen

Sowohl Premier Alexander De Croo (Open VLD) als auch Gesundheitsminister Frank Vandenbroucke (SP.A) sagten am Donnerstagnachmittag im Parlament, dass "wir alle Register ziehen müssen, um sicherzustellen, dass nach den Osterferien alle Kinder wieder in die Schule gehen und am 1. Mai die Cafés und Restaurants wieder öffnen können."  

Gesundheitsminister Vandenbroucke formulierte es so gegenüber VRT NWS: "Wir müssen jetzt einen Zahn zulegen."

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