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Doel muss dem Ausbau des Antwerpener Hafens nicht weichen - Wie kann hier die Zukunft aussehen?

Das teilweise verlassene Polderdorf Doel am Scheldeufer bei Antwerpen wird letztendlich dem Ausbau des Hafens nicht weichen müssen. Die flämische Landesregierung will bis zum kommenden Sommer einen Plan haben, wie das „Spukdorf“ wieder bewohnt und ausgebaut werden kann. Dazu richtet Matthias Diependaele (N-VA), Landesminister für Wohnen und Kulturerbe, eine Arbeitsgruppe ein. 

Doel ist ein Polderdorf, das direkt an der Schelde unweit des Deurganck-Docks am Antwerpener Hafen liegt. Eigentlich war vorgesehen, dass ein zweites Gezeitendock dort entstehen soll, wo Doel liegt, doch inzwischen ist der Standort für das neue Dock verlegt worden, wodurch das Polderdorf letztendlich nicht verschwinden muss.

In den 1970er Jahren lebten hier noch rund 1.000 Menschen, doch nach und nach zogen diese weg, weil sie vom Land enteignet wurden, mit dem Ziel, Doel dem Hafenausbau zu opfern. Heute leben hier nur noch einige wenige „Ureinwohner“, die nicht weggehen wollten und einige weitere Familien und Personen, die es auf der Suche nach günstigem Wohnraum hierher verschlagen hat.

Jahrelang regte sich heftiger Widerstand gegen den Abriss des Dorfes und noch immer ist die Aktionsgruppe „Doel 2020“ hier aktiv. Jetzt will Flandern wissen, was man mit dem Dorf heute noch machen kann und ob es eine Zukunft hat, wie Landesminister Diependale gegenüber VRT NWS sagte: „Wir brauchen eine Studie, um zu wissen, was wir präzise tun können. Wir müssen uns wirklich entscheiden, wohin wir wollen und dass sollten wir dann auch durchziehen.“

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

Doel in längst vergangenen Zeiten...

Das Land will Interessengruppen wie „Doel 2020“ und die heutigen Bewohner in ihre Planungen mit einbeziehen und diese sollen auch an der Studie zur Zukunft des Dorfen beteiligt werden. Nach deren Ansicht hat Doel auch heute noch viel Potential - auch wenn das Kernkraftwerk mit dem gleichen Namen hier ganz in der Nähe liegt. Doel liegt übrigens nicht in der Provinz Antwerpen sondern ist ein Teil der Gemeinde Beveren in der Provinz Ostflandern. Die Provinzgrenze verläuft hier ganz in der Nähe. 

Im Rahmen einer TV-Reportage für die Nachrichten drehte ein VRT-Kamerateam am Samstag einige idyllische Bilder in Doel, die den Charme des verfallenen und teilweise alternativ bewohnten Dörfchens heute unterstreichen (Video unten). Auffallend dabei ist, wie die Schiffe auf der Schelde auf der anderen Seite der Deiche quasi durchs Dorf fahren… (kurzes Video oben).   

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