Vor 5 Jahren wurde Brüssel von zwei schweren Terroranschlägen erschüttert

Am Morgen des 22. März 2016 wurde Belgien in einer anderen Zeit wach. Am frühen Morgen sprengten sich radikal-islamische Attentäter in der Abflughalle des Brüsseler Nationalflughafens in Zaventem in die Luft. Um 7 Uhr 58 explodierte die erste Bombe und 11 Sekunden später der zweite Sprengsatz. Nur kurze Zeit später, um 9 Uhr 11, sorgte ein weiterer Selbstmordattentäter in der Metrostation Maalbeek im Regierungsviertel unweit des Brüsseler Stadtzentrums für Tod und Verderben.

Insgesamt verloren dabei 32 Menschen ihr Leben - 16 am Flughafen und 16 in Maalbeek - und rund 700 weitere Personen wurden verletzt, etwa 340 davon schwer. Einige der Verletzten konnten erst Monate danach das Krankenhaus verlassen und viele der Betroffenen, auch und gerade solche, die nicht körperlich verletzt wurden, leiden unter einem immer noch nicht verarbeiteten Trauma. Einige Opfer befinden sich auch heute noch in einer Reha-Behandlung, um zu lernen, wie sie mit ihren durch die Attentate verursachten Behinderungen praktisch weiterleben können.

Hinzu kommt leider noch, dass bis heute Probleme mit der Rückerstattung von Genesungskosten durch die Krankenkassen, mit Entschädigungen von Seiten der Versicherungen und mit der Anerkennung von Problemen und Folgeproblemen durch die Behörden ungelöst sind. Davon sind vor allem Opfer betroffen, die aus dem Ausland stammen und nicht unter den belgischen Versicherungsschutz fallen.

Viele der damals Betroffenen leiden bis heute an posttraumatischen Störungen und sind arbeitsunfähig, seelisch und körperlich geschwächt. Das hat nicht nur damit zu tun, was ihnen selbst passiert ist, sondern auch mit dem, was sie damals gesehen haben.

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Brussels Airport in Zaventem am 22. März 2016

Das Drama nimmt seinen Lauf

Den Anfang nahm das Drama der Anschläge bereits einige Tage zuvor, am 15. und am 18. März 2016. Zunächst, am 15. März, gab es eine Schießerei zwischen Polizisten und mutmaßlichen Verantwortlichen der Anschläge von Paris im November 2015 im Stadtteil Brüssel-Vorst und drei Tage später konnte die Polizei den flüchtigen Paris-Attentäter Salah Abdeslam stoppen. Nach einer Suchaktion von vier Monaten wurde der Terrorist im Brüsseler Stadtteil Molenbeek gefasst. Dieser konnte drei Tage zuvor in Vorst noch entkommen.

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Salah Abdeslam wird vetrhaftet

Panik bei den Terroristen?

Nach der Festnahme Abdeslams geriet die islamistische Terrorzelle von Paris und Brüssel in Panik und verübte die Anschläge in Zaventem und Maalbeek. Offenbar waren ursprünglich eher weitere Attentate in Paris geplant, doch kurzfristig wurde Brüssel ausgewählt, wo das Kommando bereits auf grünes Licht wartete. Am 22. März in den Morgenstunden schlugen Ibrahim El Bakraoui, sein jüngerer Bruder Khalid El Bakraoui, Najim Laachraoui, Mohamed Abrini und Osdama Krayem zu. Ibrahim El Bakraoui und Najim Laachraoui kamen bei ihren Selbstmordanschlägen in Zaventem ums Leben und Khalid El Bakraoui in der Brüsseler U-Bahnstation Maalbeek.

Abrini, der "Mann mit Hut", hingegen verließ den Flughafen zu Fuß in Richtung Brüssel, wobei sein Weg von allen möglichen Überwachungs- und Verkehrskameras aufgezeichnet werden konnte, und Krayem machte sich in Maalbeek aus dem Staub. Vermutlich sollte der aus Schweden stammende Islamist in der U-Bahn-Station Schuman zuschlagen, doch er spülte seinen Sprengstoff in eine Toilette und verschwand. Beide konnten verhaftet werden. Die Aussagen, die die beiden „verhinderten“ Terroristen bei ihren Verhören machten, gaben wichtigen Aufschluss über das, was damals geschah und zwar vor, während und nach den Anschlägen. Beide Verdächtigen hatten beschlossen, ihrem Selbstmord-Terrorauftrag nicht Folge zu leisten. 

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Metrostation Maalbeek am 22. März 2016

10 Verdächtige kommen vor ein Schwurgericht

Zehn der 13 mutmaßlichen Terroristen, die im Verdacht stehen an den Anschlägen vom 22. März 2016 in Brüssel beteiligt gewesen zu sein, werden sich vor einem Schwurgericht verantworten müssen. 

Die Brüsseler Ratskammer entschied, folgende Personen wegen 32 terroristischen Morden und 687 versuchten terroristischen Morden anzuklagen: Osama Krayem und Mohamed Abrini, die beiden Terroristen, die sich letztendlich nicht selbst in die Luft sprengten, Salah Abdeslam, einer der Attentäter von Paris am 15. November 2015, der auch mit die Brüsseler Anschläge plante, aber vorher festgenommen wurde sowie Sofien Ayari, Ali El Haddad Asufi, Bilal El Makhoukhi und Hervé Bayingana Muhirwa, die den Terroristen geholfen hatten, z.B. mit Wohnungen und anderen Hilfeleistungen. 

Der mutmaßliche Drahtzieher hinter den Anschlägen, Oussama Atar, ist vermutlich in Syrien ums Leben gekommen, was aber nicht mit Sicherheit bestätigt wird, ist auch angeklagt. Hinzu kommen noch die Farisi-Brüder Smail und Ibrahim, die Terroristen ebenfalls Unterschlupf gewährt hatten. Der Assisen-Prozess findet im ehemaligen NATO-Gebäude in Haren statt, der zum Gerichtssaal für große Verfahren umgebaut wurde. 

So soll der Gerichtssaal im ehemaligen Nato-Gebäude in Haren bei Brüssel aussehen

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