1 Mio. Belgier haben mindestens eine Dosis erhalten: Wer sind die Geimpften? Und geht es endlich schneller?

Inzwischen sind 1.010.181 Belgier/innen mit mindestens einer Dosis des Corona-Impfstoffs geimpft worden: Das sind 11 Prozent der erwachsenen Bevölkerung. 450.896 Personen (4,9 Prozent) haben bereits ihre zweite Dosis erhalten. Eine erste Bilanz der Impfkampagne. 

Von den Altersgruppen ausgehend liegen die über 85-Jährigen mit großem Abstand vorne (45,7 Prozent). Da diese Altersgruppe durch eine Corona-Infektion am meisten gefährdet ist, gehören die über 85-Jährigen zu den prioritär Geimpften. Bei den 75- bis 84-Jährigen liegt der Anteil bei 15,9 Prozent. In anderen Altersgruppen sind 8 bis 10 Prozent der Erwachsenen inzwischen geimpft. 

Impfungen in Flandern je Altersgruppe

Brüssel hinkt Flandern und der Wallonie hinterher

Zwischen Flandern und der Wallonie ist der Unterschied sehr gering: 11,4 bzw. 11,3 Prozent. Die Region Brüssel dagegen hinkt mit 7,2 Prozent hinterher. 

In den Seniorenheimen sind die Impfungen so gut wie abgeschlossen. Die flämischen Zahlen (laatjevaccineren.be) zeigen, dass nur 3,6 Prozent der Bewohner nicht geimpft werden konnten oder wollten. Bei den Mitarbeitern in den flämischen Seniorenheimen sind rund 12 Prozent nicht gegen Corona geimpft. Das sind nicht nur Impfgegner, sondern auch Personen, die sich z. B. aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen. In Brüssel und Wallonien ist die Bereitschaft des Pflegepersonals in den Seniorenheimen deutlich geringer. 

Die Wirkung der Impfkampagne zeigt sich bereits in den Zahlen. In den Pflegeheimen gibt es kaum noch Todesfälle oder Krankenhauseinweisungen im Zusammenhang mit Covid-19. 

Auch das Krankenhauspersonal, das bei der Impfkampagne Vorrang bekam, hat bereits die erste Spritze des Impfstoffs erhalten. In Flandern haben 88 der 90 Krankenhäuser mit der Impfung begonnen. Über 80 Prozent der Mitarbeiter haben mindestens die erste Dosis erhalten. 

Impfkampagne in den Impfzentren angekommen

Olivier Matthys

In der aktuellen Phase werden auch Mitarbeiter und Bewohner anderer Pflegeeinrichtungen sowie Menschen über 65, die zu Hause wohnen, geimpft. Daher verlagern die Impfungen sich mehr und mehr in die Impfzentren. Ab Anfang April kommen die Hochrisikopatienten an die Reihe. 

Die Bilanz der Impfkampagne beruht auf den Zahlen des belgischen Gesundheitsinstituts Sciensano.  Laut dem Statistiker Bart Mesuere (UGent) kann es bei der Registrierung der individuellen Impfungen zu einer Verzögerung von bis zu einer Woche kommen. 

Flandern spritzt in dieser Woche über 154.000 Dosen

Dem Zeitplan des flämischen Gesundheitsamts Agentschap voor zorg en gezondheid werden in Flandern in dieser Woche 154.257 Dosen gespritzt. Der Löwenanteil dieser Injektionen wird in Impfzentren verabreicht. Aufgerufen sind vor allem ältere Menschen, die zu Hause leben. Wenn wegen Absagen Vakzine übrigbleiben, werden beispielsweise Vertreter von risikoreichen Berufen aufgerufen.   

37.530 Impfdosen sind in dieser Woche noch für flämische Krankenhäuser reserviert (hauptsächlich für die zweite Impfung), knapp 20.000 Dosen für verschiedene Pflegeeinrichtungen und betreute Wohnzentren. 

Im Vergleich zur EU

Im Vergleich zu den anderen EU-Ländern liegt die Durchimpfungsrate in Flandern etwa auf gleicher Höhe wie der EU-Durchschnitt (10,4 % mit mindestens einer Impfung) und 4,5 % (vollständig geimpft).  

Diese Zahlen sind nicht für alle Mitgliedsstaaten auf dem gleichen aktuellen Stand (auch für Belgien und Flandern fehlen die letzten Tage), aber sie zeigen trotzdem, dass die Durchimpfungsquote der meisten Mitgliedstaaten sehr nahe beieinander liegen. Malta, Ungarn und Finnland gehören zu den Spitzenreitern. 

Diese Bilanz beruht auf den von Sciensano mitgeteilten Impfzahlen. Laut dem Statistiker Bart Mesuere (UGent) kann es bei den Registrierungen zu einer Verzögerung von bis zu einer Woche kommen. 

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