foto Peter Hilz (C)

Belgische Hausärzte fordern neuen Corona-Ausschuss vor Freitag und zusätzliche Maßnahmen

Genau wie die belgischen Virologen und Epidemiologen fordert jetzt auch der Hausärzteverband Domus Medica von den Behörden zusätzliche Maßnahmen, damit die Epidemie nicht in eine dritte Welle und einen neuen Lockdown ausartet. 

“Zum ersten Mal seit der zweiten Welle beobachten wir einen gewaltigen Anstieg der Besuche beim Hausarzt und Tests", sagt Roel Van Giel vom Hausärzteverband Domus Medica. In bestimmten Gebieten sind die Zahlen sogar höher als im Oktober letzten Jahres. 

Die hohe Zahl der Arztbesuche verheißt nichts Gutes, weiß der Vertreter der belgischen Hausärzte: "Bei der vorigen Welle waren die Hausärzte den Krankenhäusern etwa zwei Wochen voraus." Deswegen ist es jetzt an der Zeit, einzugreifen. Die Behörden sollten so schnell wie möglich zusammenkommen, um zusätzliche Maßnahmen zu verhängen. Damit meint Van Giel früher als nächsten Freitag, wenn der Konsultationsausschuss normalerweise stattfindet. 

"Es tut weh, zu beobachten, dass die am Freitag beschlossenen Maßnahmen nichts ausrichten "

Die am vorigen Freitag ergriffenen Maßnahmen im Corona-Beratungsausschuss aus Bund und Ländern (im Allgemeinen eine Aufschiebung der vorgesehenen Lockerungen am 1. April) werden nichts ausrichten, reagierte Van Giel, dem diese Beobachtung weh tut. 

"Wenn wir eines aus dieser Epidemie und den vorigen Wellen gelernt haben, dann doch wohl, dass man gerade in dem Moment eingreifen muss, in dem die Zahlen ansteigen. Man sollte nicht warten, bis man den Beweis hat, dass die Prognosen tatsächlich eintreten. Wenn die dritte Welle da ist, ist man hoffnungslos zu spät. Es dauert dann Wochen, um die Zahlen wieder zu senken." 

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