James Arthur Photography

Polen übernimmt Impfung der NATO-Mitarbeiter in Brüssel, weil Belgien sich weigerte

Weil im Juni möglicherweise ein NATO-Gipfel in Brüssel stattfindet, müssen alle Mitarbeiter am Hauptquartier der Allianz in Brüssel Ende dieser Woche geimpft werden. Die Impfung wird nicht von belgischen Ärzten vorgenommen, sondern von einem polnischen Impfteam. Der Grund? Belgien wollte mit seiner Impfkampagne nicht in Verzug geraten. 

Die dreißig Staats- und Regierungschefs des Militärbündnisses sollen noch im Juni zu einem eintägigen Gipfel nach Brüssel kommen. Der genaue Termin steht noch nicht fest, aber es könnte der 14. Juni werden. Auch US-Präsident Joe Biden soll in Brüssel dabei sein. 

Für die Organisation des Gipfeltreffens hatte die NATO Belgien u. a. auch aufgefordert, alle rund 3.500 Mitarbeiter am Hauptquartier in Haren gegen Corona zu impfen. Nicht nur NATO-eigene Mitarbeiter, sondern auch Personal beim Catering, Sicherheitsdienst oder Reinigungsdienst. 

Obwohl der Gipfeltermin noch nicht feststeht, kommt eine Gruppe von zwanzig polnischen Ärzten bereits am Donnerstag nach Brüssel. In ihrem Gepäck bringen sie auch 3500 Impfdosen des Fabrikanten AstraZeneca mit. Die vorgezogene Impfung des NATO-Personals hat also keinen Einfluss auf die belgische Impfkampagne.  

Die NATO-Zentrale hatte zuerst Belgien gebeten, die Impfungen vorzunehmen. Aber das belgische Gesundheitsministerium ist nicht darauf eingegangen, konnte VRT-Journalist Jan Balliauw erfahren. 

Für die NATO wollte Belgien keine Ausnahme machen. Deswegen wurde eine Lösung mit Hilfe von Polen gefunden. 

AFP or licensors

NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg dankte Polen in einem Tweet für seine Bereitschaft und fügte hinzu, dass Polen ein starker Verbündeter sei. Laut dem polnischen Premierminister Morawiecki ist sein Land auf die Frage der NATO eingegangen und hat es die Impfdosen und das Ärzteteam nicht selbst angeboten. 

Auch in Polen ist die Corona-Epidemie noch lange nicht unter Kontrolle. In der letzten Woche starben im Durchschnitt jeden Tag über dreihundert Menschen im Zusammenhang mit Corona. 

Meist gelesen auf VRT Nachrichten