Flanderns Fischer dürfen vorerst weiter in Richtung britische Gewässer auslaufen

Die EU-Fischereiminister haben sich am Dienstag auf vorläufige Fangquoten für 2021 einigen können. Die neuen Absprachen gelten vorerst bis Ende Juli. In dieser Periode dürfen die Fischer 60 % ihrer möglichen Fangquoten nutzen, wie die flämische Fischerei- und Landwirtschaftsbehörde Vilt meldet. Diese Fangmengen wurden auf Empfehlung des International Council fort he Exploration of the Sea (ICES) vereinbart. Flanderns Landesfischereiministerin Hilde Crevits (CD&V) drängt weiter auf ein schnelles und definitives Abkommen zu den möglichen Fangmengen in britischen Gewässern. 

Auch ein Jahr nach dem Brexit zum Jahreswechsel 2019/2020 gibt es zwischen Großbritannien und der Europäischen Union noch keine definitive Vereinbarung zu den Fischereirechten in den britischen Gewässern. Seit dem arbeitet man auf dieser Ebene von einem Zwischenabkommen zum nächsten. Die aktuelle Regelung läuft bis Ende Juli, wie am Dienstag beschlossen wurde.

Für Flandern (bzw. für Belgien) drängt die Zeit. Die flämische Fischereiflotte mag mit 65 Booten eher klein sein, doch gerade hier ist eine Einigung mit den Briten sehr wichtig. Rund die Hälfte des Fangs wird in britischen Gewässern an Bord geholt. Von dieser Industrie sind direkt und indirekt rund 2.500 Arbeitsplätze abhängig.

Für Flanderns Fischereiministerin Crevits ist es zwar eine gute Sache, dass bis Ende Juli auch dort rund 60 % der vereinbarten Fangquoten gefangen werden können. Die flämischen Fischer dürfen nach dieser Vereinbarung bis dahin 60 % ihrer Jahresquote für Seezunge, Scholle und Rochen fangen.

Mittel aus dem EU-Brexit-Fonds für Flanderns Fischer

Ein Vorschlag der EU-Kommission sieht für Belgien 60 Mio. € aus dem Brexit-Fonds vor. Innerhalb Belgiens wurde abgesprochen, dass diese Mittel in die flämische Fischerei fließen (die gesamte belgische Fischereiflotte besteht aus flämischen Fischern und Reedereien). Im Hinblick auf die Verteilung dieser Gelder und auch in Sachen Fangquoten bleibt Ministerin Crevits im engen Kontakt mit der Reeder-Zentrale und mit den Fischversteigerungen. Ziel ist, die Existenz des hiesigen Fischereisektors langfristig zu garantieren und zu sichern. 

Evelyne jacq

Meist gelesen auf VRT Nachrichten