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Magritte-Gemälde "Le mois des vendanges" bei Christie’s für 11,6 Mio. € versteigert

Bei Christie’s in London ist am Dienstag das Gemälde „Le mois des vendanges“ des belgischen Surrealisten René Magritte (1898-1967) versteigert. Das Wert des Brüsseler Künstlers wurde auf einen Wert von 11 bis 18 Mio. € geschätzt und gilt als eines seiner Schlüsselwerke. Versteigert wurde es jetzt für 11,6 Mio. €. Wer den Zuschlag bekam, ist nicht bekannt. 

Für Charly Herscovici, Vorsitzender der Magritte-Stiftung in Belgien und Verwaltungsratsvorsitzender des Magritte-Museums in Brüssel, ist dieses Gemälde ein historisch-ikonisches Werk, das eigentlich in ein Museum gehört. Hier gab Magritte dem ikonischen „Mann mit Melone“ zum ersten Mal ein Gesicht.

„Le mois des vendanges“ von René Magritte aus dem Jahr 1959 ist das teuerste Werk aus der Kollektion des französischen Kunstsammlers Claude Hersaint, die jetzt im Auktionshaus Christie’s versteigert wurde. Weiter kamen dort Werke von Jean Miró und von Max Ernst unter den Hammer. Nach Angaben von Christie’s und von Kunstexeprten auch aus Belgien ist „Le mois des vendanges“ eines der wichtigsten und größten Werke von René Magritte und es ist eines der insgesamt 4 Gemälde von ihm, die sich in Privatbesitz befinden.

Das Bild zeigt eine Vielzahl der für Magritte typischen Männer mit Melone, die aus einem geöffneten Fenster zu sehen sind. Dabei hat aber jede dieser Personen einen anderen subtilen Gesichtsausdruck. Für den Maler selbst war gerade dieses Bild sehr wichtig, wie aus einem seiner Briefe zu erkennen ist, aus dem Christie’s zu dieser Versteigerung zitierte: „In diesem Moment ist es das Werk, das uns am besten daran erinnert, wie fremd die Wirklichkeit sein kann, wenn man ‚ein Gefühl für Wirklichkeit‘ hat.“

"Ein echtes Meisterwerk"

In den Augen von Charly Herscovici, Vorsitzender der Magritte-Stiftung in Belgien und Verwaltungsratsvorsitzender des Magritte-Museums in Brüssel, ist dieses Gemälde ein historisch-ikonisches Werk. Vor der Auktion bei Christie’s sagte er: „Es ist ein großes Werk, ein echtes Meisterwerk, ein Museumsstück. Es geschieht nur sehr selten, dass ein Gemälde dieser Qualität in einer Auktion zu sehen ist. (…) Es steht für den gesamten Geist des Malers in einem einzigen Werk. Dieses Werk braucht kleine Unterschrift.“

Vor zwei Jahren wurden bereits einmal 7 wichtige Werke von René Magritte auf einmal versteigert u.a. „Le lieu commun“, das für 21,1 Mio. € verkauft wurde (der bisher teuerste Magritte). Die Auktion von 2019 brachte damals insgesamt 37 Mio. € ein. Und 2017 wurden bei einer Auktion für das Magritte-Gemälde „L'empire des lumières“ 20,5 Mio. € gezahlt. 

René Magritte "Le mois des vendanges" (c) Christie's
DALiM

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