Ausgrabungen in Lier: Inzwischen bereits rund 50 Skelette entdeckt

Im Rahmen der archäologischen Untersuchungen an einer Baustelle in Lier in der Provinz Antwerpen sind inzwischen bereits rund 50 Skelette entdeckt worden. Offenbar wusste niemand noch, dass an dieser Stelle ein so großes Gräberfeld lag. 

Bereits in der vergangenen Woche entdeckten Archäologen 16 Skelette an der Baustelle am Sionsplein in Lier in der Rosbeiaardstraat, doch inzwischen schnellte die Zahl der ausgegrabenen sterblichen Überreste von Menschen, die dort irgendwann zwischen dem 17. und dem 18. Jahrhundert begraben worden sind. 

Die Beteiligten sind völlig überrascht von dem, was sie hier finden, wie der Archäologe Inger Woltinge gegenüber dem VRT-Regionalsender Radio 2/Antwerpen sagte: „Wir finden öfter Skelette auch im städtischen Kontext, doch bei so vielen Skeletten muss man schon von einem Friedhof oder ein Gräberfeld sprechen. Bisher wusste niemand mehr, dass sich so etwas dort befand. Es ist sehr selten, dass ein Gräberfeld von so großem Umfang nicht bekannt ist.“

Anfangs ging man davon aus, dass dieser Friedhof zum Sionskloster ganz in der Nähe gehörte, doch dort lebten nur Nonnen. Unter den Skeletten sind aber auch viele Männer, so die Archäologen. Vielleicht, so Inger Woltinge, handelt es sich hier aber auch um einen nicht christlichen Friedhof.

Wann wurde dieser Friedhof angelegt?

Inzwischen wird aber immer deutlicher, aus welchem Zeitraum dieses Gräberfeld genauer stammen könnte, so Woltinge: „Beim ersten Skelett, das wir entdeckt haben, fanden wir eine Münze aus dem 16. Jahrhundert. Doch zufällig entdeckten meine Kollegen gestern noch einen Manschettenknopf aus dem 18. Jahrhundert. Darum gehen wir davon aus, dass dieses Gräberfeld aus dem Zeitraum 17. bis 18. Jahrhundert stammen könnte.“

Bisher wurde rund die Hälfte des Geländes untersucht, das zu den geplanten Bauarbeiten in Lier gehört. Die Bauarbeiten haben inzwischen begonnen, doch aus den eigentlich geplanten „einigen Tagen archäologische Untersuchung“ sind inzwischen schon knapp zwei Wochen geworden. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass sie hier noch bis nach den Osterferien Mitte April beschäftigt sein werden. 

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