Brügge-Spieler Bas Dost vor dem Club Brügge-Mannschaftsbus

Kein lohnenswerter Schritt? Club Brügge bläst seinen Börsengang ab

Der belgische Fußballverein Club Brügge, aktueller Tabellenführer in der ersten belgischen Liga, wird nicht, wie geplant, am Freitag an die Brüsseler Euronext-Börse gehen. Die flämische Wirtschaftszeitung De Tijd meldete am Donnerstag, dass dieses Vorhaben zunächst ausgesetzt wurde.

Im Laufe des Donnerstags nahm der FC Brügge in einer Pressemitteilung Stellung zu den Meldungen. Darin heißt es: „Club Brügge kündigt heute an, dass sein vor einiger Zeit angekündigter Börsengang bei Euronext Brüssel („Das Angebot“) aufgrund der Umstände am Markt verschonen wird. Das Unternehmen ist sportlich und finanziell gesund. Alle Einschreibungen auf die angebotenen Anteile im Rahmen von „Das Angebot“ werden negiert und rückgängig gemacht. Alle Einschreibungszahlungen werden zurücküberwiesen ohne Zinsen und Vergütungen.“

Club Brügge hatte die Absicht, 30 % des Aktienkapitals an die Börse zu bringen. Die Kursspanne lag dabei bei 17,5 € bis 22,5 €. Den offiziellen Preis für Club-Anteile sollten der Markt bzw. das Interesse großer Mitspieler bestimmen.  Aber, soweit kommt es nicht und der erste Börsengang eines belgischen Fußballvereins wird verschoben.

Bis wann, ist die Frage. Vereinspräsident Bart Verhaeghe findet es schade, dass der Börsengang ins Wasser fällt. Man habe von dem Vorhaben erst einmal abgesehen, weil die Marktkonditionen den Erwartungen nicht entsprechen würden: „Der ausgesetzte Börsengang hat keinen Einfluss auf die Arbeit von Blau-Schwarz. Ich möchte mich bei unseren Fans für die nicht ablassende Unterstützung und das Vertrauen bedanken.“ Man wolle jetzt den Fokus auf den 4. Meistertitel in 6 Jahren legen, so Verhaeghe.  

Es ist wohl davon auszugehen, dass das Interesse, Anteile von Club Brügge an der Börse zu erwerben, eher gering war. Auch aus diesem Grunde könnte der Rückzug zu verstehen sein. Gewinne lassen sich mit Aktien von Fußballvereinen nicht erzielen, was andernorts in Europa schon zu sehen war. Und ausreichend frisches Geld war auch nicht zu erwarten, zumal Club Brügge derzeit finanziell nicht schlecht dasteht. Viel mehr als ein misslungener PR-Gag war das Ganze wohl nicht... 

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