Ergänzungen zum neuen Lockdown im Schulwesen und zur Kinderbetreuung

Inzwischen haben die Universitäten und die Hochschulen in Belgien beschlossen, ab der kommenden Woche bis auf weiteres auf Distanzunterricht und Online-Vorlesungen umzuschalten. Nur noch praktische Unterrichte erfolgen auf dem Campus. Im Bereich Kindergarten und Kinderkrippen fordern die Gewerkschaften die Eltern auf, ihre Kinder zu Hause zu lassen.

Alle Vorlesungen und Unterrichte an den Universitäten und den Hochschulen finden ab Montag, 29. März, den neuen Lockdown-Regelungen der belgischen Regierung entsprechend, auf Distanz und über Online-Angebote statt. 

Luc Sels, Rektor der Uni Löwen (KU Leuven) und Vorsitzender des Flämischen Universitätsrates (VLIR) sagte dazu gegenüber VRT NWS: „Der gesamte Kontaktunterricht, also alles, was wir derzeit am Campus organisieren, erfolgt kommende Woche online. Wir machen allerdings Ausnahmen für das, was wir essentielle Unterrichtsaktivitäten nennen, sprich Unterrichte, die wir unmöglich online organisieren können. Ich denke dabei an wichtige praktische Unterrichte, Übungen in den Laboratorien und Fähigkeitsübungen. Auch alle Praktika und alle Masterprüfungen finden in den meisten Fällen statt.

"Unzulässig, dass die Kindergärten offen bleiben!"

Die Gewerkschaften im Bildungswesen sind nicht damit einverstanden, dass in der kommenden Woche – die letzte Woche vor den zweiwöchigen Osterferien in Belgien – Krippen und Kindergärten offen bleiben. Die sozialistische Gewerkschaft ACOD reichte schon am Mittwochabend eine Streikankündigung ein. Den Gewerkschaften ist nicht klar verständlich, warum man, wenn man die Virusentwicklung im Dreieck Familie/Schule/Arbeit durchbrechen will, ausgerechnet die Kindergärten geöffnet lässt.

Inzwischen deuten die Bildungsminister aus Flandern, Ben Weyts (N-VA) und aus dem frankophonen Bildungswesen Caroline Désir (PS) an, dass es ab der kommenden Woche in den Kindergärten und Krippe „keine pädagogischen Aktivitäten“ angeboten werden. Eltern können ihre Kinder zu den Einrichtungen bringen, wenn sie selbst keine Unterbringung oder Betreuung organisieren können. Die Kindergärten der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens sollen in der nächsten Woche wie geplant offen bleiben. Dies sagte Bildungsministerin Lydia Klinkenberg (ProDG) gegenüber unseren Kollege des deutschsprachigen Rundfunks BRF.

Kinderbetreuung für Eltern, die keine Lösung für die Aufnahme ihrer Kinder finden

In Flandern wird eine Kinderbetreuung eingerichtet für Eltern, die es aus beruflichen Gründen nicht schaffen, sich für die Dauer des dritten Lockdowns in Belgien selbst um ihre Kinder zu kümmern. Das betrifft Familien, die in zu kleinen Wohnungen leben und auch Eltern, die in so genannten „essentiellen Berufen“ tätig sind (Gesundheitswesen, Hilfskräfte, Polizei und Feuerwehr…). Andere betroffene Eltern können unter Umständen von Kurzarbeit profitieren, was die belgische Bundesregierung bereits vor einigen Tagen rechtlich abgesichert hat. 

Sofhie Legein - Lokaal Bestuur Koksijde

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