EU-Mitgliedsländer einigen sich auf strenge Exportkontrollen bei Corona-Impfstoffen

Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union haben sich auf strengere Kontrollen bei der Ausfuhr von Corona-Vakzinen geeinigt. Doch diese Maßnahmen dürfen jene Pharmaunternehmen nicht treffen, die sich an ihre Absprachen zur Lieferung ihrer Impfstoffe an die einzelnen EU-Länder halten, so Belgiens Premierminister Alexander De Croo (Open VLD - Foto). 

Die strengen Exportkontrollen betreffen in erster Linie den schwedisch-britischen Pharmakonzern AstraZeneca, der deutlich weniger Corona-Impfstoffe an die EU liefert, wie zugesagt, während massiv in der EU und mit EU-Fördergelder produzierte Mengen an Impfstoffen an Großbritannien ausgeliefert werden. EU-Kommissionschefin Ursula Von der Leyen gab gegenüber AstraZeneca zu verstehen, dass das Unternehmen erst wieder aus der Union exportieren dürfe, wenn die hier gemachten Zusagen erfüllt werden.

Belgien steht hinter diesen faktischen Exportverbot, doch fordert, dass der freie Handel dadurch nicht in Gefahr gebracht wird. Und, Belgiens Premierminister will, dass die entsprechenden Maßnahmen nicht die Pharmaunternehmen treffen, die sich an ihre Zusagen gehalten haben und halten. Damit meint De Croo z.B. Pfizer/BioNTech, das ein Produktionswerk im flämischen Puurs (Provinz Antwerpen) betreibt, wo das Corona-Vakzin hergestellt wird.

Premier De Croo rechnet zudem damit, dass Belgien ein Anrecht auf einen Teil der 10 Millionen Pfizer-Impfdosen hat, die der Konzern der Europäischen Union früher als geplant ausliefern wird. Darauf haben sich Pfizer/BioNTech und die EU-Kommission in der vergangenen Woche einigen können. Diese Impfdosen sollen noch vor dem Sommer ausgeliefert werden. Die EU-Staats- und Regierungschefs gaben ihren Diplomaten im Rahmen ihres virtuellen Treffens den Auftrag, diese Impfdosen „in einem Geist der Solidarität“ unter den EU-Mitgliedsländern zu verteilen. 

Meist gelesen auf VRT Nachrichten