Polizei entdeckt Kokainwäscherei in Arendonk

Am Freitagmorgen hat die Antwerpener Kriminalpolizei in einem Lagerhaus in Arendonk, in der Nähe von Antwerpen, eine sogenannte Kokainwäscherei entdeckt. In der Anlage wurde Kokain aus Textilien ausgewaschen und an Ort und Stelle zu Blöcken gepresst. 

Der Tipp kam von der niederländischen Polizei. Bei der Razzia wurden vor Ort und in den darauffolgenden Stunden 11 Personen festgenommen. Diese mussten vor dem Ermittlungsrichter in Turnhout erscheinen. Ihnen werden Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz und die Bildung einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen.  

Die Kokainwäscherei in Arendonk war in mehrere Abschnitte unterteilt, um das Kokain aus den Textilien zu extrahieren und in Blöcke zu pressen. Insgesamt fand die Polizei 51 Kilogramm Kokain.  

Diese Form des Kokainschmuggels kommt in den Niederlanden relativ häufig vor, ist in Belgien jedoch eher die Ausnahme.

Kokain in Textilien oder Plastik

Drogenkriminelle schmuggeln Kokain, indem sie den Stoff, zum Beispiel ein T-Shirt oder eine Jeans, in Wasser mit Kokainkonzentrat tauchen, erklärt Toxikologe Jan Tytgat. Das Kokain setzt sich im Kleidungsstück fest und wird in die Kleidung gepresst: “Man merkt keinen Unterschied, weil das Kokain nicht sichtbar ist und nur 15 Prozent mehr Gewicht ausmacht. Bei einer Routinekontrolle auf Drogen fällt der Schmuggel nicht auf", sagt Tytgat. 

Um das Kokain wieder aus den Textilien oder dem Plastik zu entfernen, werden diese in einer leicht sauren Lösung gewaschen. Durch die chemische Reaktion wird das Kokain kristallisiert und wieder freigesetzt.  

Eine Jeans kann etwa 100 Gramm Kokain oder 240 Dosen transportieren, weiß der Toxikologe. 

Video über die Drogenwäscherei:

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Laut Charlotte Colman, Professorin für Kriminologie an der UGent, nutzen Drogenkriminelle dieses Verfahren, um nicht entdeckt zu werden. "Kriminelle suchen immer nach anderen Wegen, um Drogen ins Land zu schmuggeln. (…) Eine Kokainwäscherei in Belgien ist eher ungewöhnlich”, fügt Colman hinzu: "Man sollte wachsam bleiben, denn das bedeutet, dass die Kriminellen nach neuen Schmuggelrouten suchen." 

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