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Flandern, Wallonie und Brüssel gehen gemeinsam gegen Betrug mit Diesel-Partikelfilter vor

Spätestens ab 1. Juli 2022 soll bei der technischen Kontrolle von Dieselfahrzeugen ein Partikelzähler zum Einsatz kommen. Damit wollen die drei Regionen gegen den Betrug mit Diesel-Partikelfiltern vorgehen. Bei Dieselfahrzeugen wird der defekte Filter illegal entfernt. Die Folge: Die fingierten Fahrzeuge stoßen große Mengen Feinstaub aus. 

Die Kfz-Prüfstellen waren bislang nicht in der Lage, den Betrug festzustellen.   

Experten schätzen, dass in Belgien derzeit 165.000 Autos mit einem beschädigten Partikelfilter oder ohne unterwegs sind. Für die Umwelt und die Volksgesundheit ist Feinstaub extrem schädlich. Ein einziger Diesel-Pkw ohne Partikelfilter belastet die Umwelt genauso stark wie mehr als 1.000 Diesel-Pkw mit einem korrekten Partikelfilter. 

Die Entscheidung der Länder, sich gemeinsam um diese Problematik zu kümmern, macht Belgien zu einem Vorreiter in Europa im Kampf gegen den Partikelfilterbetrug machen, sagen die flämische Ministerin Lydia Peters (), die wallonische Valérie De Bue und Elke Van den Brandt aus Brüssel. 

Rote Karte, Grüne Karte oder Verwarnung

In der ersten Phase werden alle Fahrzeuge und Lieferwagen mit Dieselmotoren (Euro-5b-Norm und jünger) überprüft. Anschließend soll diese Maßnahme auf Lkw, Busse und Benzinfahrzeuge ausgeweitet werden. 

"Wenn ein Fahrzeug mehr als eine Million Partikel pro Kubikzentimeter ausstößt, bekommt es die rote Karte. Der Partikelfilter ist also defekt oder wurde entfernt und muss innerhalb von 14 Tagen ersetzt werden. Das Fahrzeug muss dann erneut zur Kontrolle. Stößt es weniger als 250.000 Partikel pro Kubikzentimeter aus, erhält es die grüne Karte. Autos in der Grauzone zwischen 250.000 und 1 Million Partikeln werden verwarnt." 

"Durch einen gemeinsamen Ansatz gegen den Partikelfilter-Betrug verhindern wir, dass Fahrzeughalter die drei Regionen gegeneinander ausspielen", sagt Elke Van den Brandt. 

Die Fahrzeugkontrollzentren werden die neuen Prüfgeräte sehr schnell anschaffen können, haben die Ministerinnen ebenfalls geplant. 

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