Mobilitätsministerin Peeters sagt malafiden Fahrschulen den Kampf an

Nach dem Bericht der VRT-Pano-Redaktion über den Betrug, den bestimmte Fahrschulen in Flandern mit Prüfungen und Führerscheinen organisieren, hat die zuständige flämische Mobilitätsministerin Lydia Peeters (Open VLD) Maßnahmen angekündigt. Die Pano-Redaktion deckte auf, wie Fahrschulen bei Prüfungen tricksen und Führerscheine verkaufen.

In der Reportage ist zu sehen, wie Fahrschulen Antworten auf Prüfungsfragen vermitteln, nicht aber die Verkehrsordnung lehren. Manche Fahrschule stellen auch einen vorläufigen Führerschein für ihre Kunden aus, ohne dass diese jemals hinter dem Steuer gesessen haben. Normalerweise sind mindestens 20 Fahrstunden erforderlich.  

"Die Sicherheit im Straßenverkehr ist eine Frage von Leben und Tod, wir brauchen mehr Kontrollen", sagte Peeters in einer Reaktion gegenüber der VRT. 

Sie wies auch darauf hin, dass die Prüfungszentren schon vorher Maßnahmen gegen betrügerische Absichten ergriffen haben und beispielsweise die Anzahl Prüfungsfragen auf über 1.500 stark erhöht haben.  

Die 2017 eingeführte Reform der Fahrschulen wird zurzeit bewertet. Die Ergebnisse sollen Anfang 2022 vorliegen.

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Digitale Plattform zur Betrugsprävention

Weil die Unterlagen für den theoretischen und vorläufigen Führerschein noch alle auf Papier ausgestellt werden, sind Fälschungen ohne Weiteres möglich. Allerdings machen solche Fahrschulen sich der Urkundenfälschung schuldig. 

Eine digitale Plattform für Fahrlehrer und Prüfungszentren, die Fahrstunden und Prüfungstermine erfasst, soll diese Art von Betrug verhindern. Peeters zufolge soll die Plattform im nächsten Jahr fertig sein.  

Eltern von verunglückten Kindern sind entsetzt

Eltern von Kindern, die im Verkehr verletzt oder getötet wurden, sind entsetzt über das Vorgehen mancher Fahrschulen. “Die Reportage zeigt, wie leichtfertig wir immer noch mit der Verkehrssicherheit umgehen", reagierte Koen Van Wonterghem von der gemeinnützigen Organisation Ouders van verongelukte kinderen: “Nirgends in der EU ist es einfacher, ein Auto zu fahren."  

Die flämische Mobilitätsministerin sagte, die betroffenen Fahrschulen würden aufgespürt und schwer bestraft. 

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