Wegen Fensterplatzregelung in den Zügen: Bahnchefin droht Züge an die Küste zu streichen

Sophie Dutordoir, CEO der belgischen NMBS/SNCB, hat sich in einem Brief an die Regierung über die Fensterplatzregelung beschwert. Zur Bekämpfung der Corona-Epidemie hat die Bundesregierung beschlossen, dass Erwachsene in den Zügen Richtung Küste ab dem 3. April nur noch am Fenster sitzen dürfen. Die neue Regelung führe zu chaotischen Zuständen, so die Bahnchefin. Wenn die Regierung daran festhalte, bleibe ihr nichts anderes übrig, als den Zugverkehr zur Küste einzustellen. 

In ihrem Brief an u. a. Premierminister Alexander De Croo (flämische Liberale der Open VLD) und an den Mobilitätsminister Georges Gilkinet (französischsprachige Ecolo) beklagt Dutordoir, dass die Fensterplatzregelung zu langen Warteschlangen für die Fahrgäste führe und die Zugbegleiter vor unlösbare Probleme stelle und in Gefahr bringe. 

Dutordoir (Foto unten) bittet die Bundesregierung um eine schnelle Lösung noch vor den Osterferien. Die Lösung könnte darin bestehen, der Bahn zu erlauben, ihre gesamte Kapazität zu nutzen oder aber  Ordnungskräfte einzusetzen, um die Bewegungen zur Küste zu begrenzen und zu überwachen.  

Mobilitätsminister Gilkinet, der kein ausgesprochener Freund der Regelung war, hat bereits reagiert und gesagt, dass die Maßnahme der Bundesregierung auszuführen sei.  

Auch Justizminister Vincent Van Quickenborne (Open VLD) findet, dass die Fensterplatzregelung "machbar" ist. Laut Van Quickenborne wird die Regel beibehalten. Die Bahn könne aber zusätzliche Polizeibeamte anfordern, um den Andrang in den Bahnhöfen zu kontrollieren. 

Die Bahngewerkschaft ACOD hat der Bahnchefin bereits ihre Unterstützung zugesagt.

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