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Krawalle in Brüsseler Park: Video zeigt wie Polizeipferd eine Frau umwirft. Ermittlungen eingeleitet

Die belgische Innenministerin Annelies Verlinden (flämische Christdemokratin) hat eine Untersuchung der in sozialen Medien aufgetauchten Videoaufnahmen (oben) angekündigt, die während der Unruhen am Donnerstagabend im Ter Kamerenbos-Park in Brüssel aufgenommen wurden und die zeigen, wie eine Frau von einem Polizeipferd zu Boden gestoßen wird. In einem Interview mit VRT NWS sagte Ministerin Verlinden: "Es ist noch zu früh, um das zu beurteilen, aber es ist natürlich so, dass ein (Polizei-)Einsatz immer verhältnismäßig sein muss". 

Am Donnerstagabend trafen sich mehrere Tausend Jugendliche im Brüsseler Stadtwald ‚Ter Kamerenbos‘ (Bois de la Cambre), einen großen Park im wohlhabenden Südosten von Brüssel, um ein über Facebook angekündigtes Festival namens "La Boum" zu besuchen. In Wirklichkeit war das so genannte Festival nichts weiter als ein Aprilscherz.

Aufgrund der großen Anzahl von Menschen, die sich versammelt hatten, und der Tatsache, dass viele die Corona-Beschränkungen nicht einhielten, wurde beschlossen, den Park zu räumen. Obwohl der Löwenanteil derer, die sich dorthin begeben hatten, friedlich ging, als sie dazu aufgefordert wurden, wandte sich eine Gruppe von mehreren hundert Menschen gegen die Polizei. Es wurden 22 Festnahmen vorgenommen. Die Justizbehörden haben bestätigt, dass eine Person, die am Donnerstagabend festgenommen wurde, sich am 22. April wegen Angriffs auf einen Polizeibeamten vor Gericht verantworten muss.

Berittene Polizei

Bei der Räumung der Parkanlage kamen auch berittene Polizisten zum Einsatz. Ein Video, das in den sozialen Medien die Runde macht, zeigt, wie ein berittener Polizist eine Frau mit seinem Pferd zu Boden wirft. "Ich habe verschiedene Bilder gesehen, aber es ist noch zu früh, um ein Urteil zu fällen. Ich werde das untersuchen, aber es ist natürlich so, dass die Maßnahmen verhältnismäßig sein müssen, und das ist etwas, das wir weiter untersuchen werden", so die Innenministerin.

Der Kontext, in dem das Filmmaterial aufgenommen wurde, ist unklar und wird derzeit untersucht. Am Freitagmorgen teilten die Brüsseler Justizbehörden mit, dass sie die Bilder, die in den sozialen Medien kursieren (darunter auch der Vorfall mit dem Pferd), analysieren werden. Die Sprecherin der Justizbehörden, Sarah Durant, sagte gegenüber Journalisten: "Zum jetzigen Zeitpunkt haben wir noch keine Beschwerden über Gewalt durch Polizeibeamte erhalten. Jeder, der denkt, dass er Opfer einer Straftat geworden ist, kann dies melden und anzeigen".

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