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Bekleidungshandel stellt fest: Großer Umsatzeinbruch wegen Einkauf nach Termin

Mode Unie, der flämischen Dachverband der Mode-Läden, registrierte einen dramatischen Umsatzeinbruch in der ersten Woche, in der ihre Mitglieder verpflichtet waren, nur noch nach Vereinbarung Kunden in ihre Läden zu lassen.  Die Umsätze sind um fast 60 % gesunken.

Die Mode-Läden gelten in Belgien als nicht zwingend notwendige Geschäfte.  Das hat zur Folge, dass die Kunden einen Termin vereinbaren müssen, wenn sie dort einkaufen wollen.  Normalerweise ist das kein Problem und oft kann man sogar noch einen Termin vor Ort bekommen, aber die Branche leidet trotzdem unter einem großen Umsatzeinbruch.  Die Mode Unie fordert nun die verschiedenen Regierungen des Landes auf, diese Corona-Beschränkung aufzuheben, oder den Ladenbesitzern zusätzliche finanzielle Unterstützung zukommen zu lassen.

Im Durchschnitt sind die Umsätze in den Modegeschäften in der letzten Woche um 58,4 % im Vergleich zu einem normalen Jahr gesunken.  Die Modehändler verzeichneten bereits geringere Umsätze aufgrund der allgemeinen Situation und sie gehen davon aus, dass sich das mittelfristig auch nicht mehr ändern wird.

Die verschiedenen Regierungen hätten zwar versucht, die entstandenen Schäden für die betroffenen Geschäfte so weit wie möglich zu begrenzen, aber Isolde Delanghe von der Mode Unie ist nicht beeindruckt: "Die Kunden haben das Gefühl, dass sie nicht mehr entspannt einkaufen können. Sie glauben, dass sie nach der Vereinbarung eines Termins in einer Boutique auch zum Kauf verpflichtet sind."

23% der Geschäfte haben die Öffnungszeiten reduziert.  5 % haben ganz geschlossen, weil das Einkaufen nach Termin nicht gewinnbringend ist. "Die finanziellen Reserven der Modehändler sind nach zwei Lockdowns erschöpft.  Wir steuern jetzt auf eine dritte katastrophale Saison zu", so Delanghe.

Deshalb fordert Mode Unie, dass die Terminpflicht abgeschafft wird. Zur Begründung verweist der Verband auf die Feststellung von Virologen und Politikern, die zu Beginn der Corona-Krise noch sagten, Infektionen durch Einkaufen seien vernachlässigbar.

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