Rob Engelaar

Drogenmaffia: Weitere Verhaftungen im Rahmen der "Operation Sky"

Im Rahmen der „Operation Sky“ der Polizei gegen den internationalen Drogenhandel und -schmuggel in Antwerpen ist es in den vergangenen Tagen zu weiteren Festnahmen gekommen. Dieses Mal handelte es sich bei den Verdächtigen um Mitarbeiter der Stadt Antwerpen, der Steuerbehörden und eines Unternehmens aus dem Antwerpener Hafen. 

Bei den jetzt festgenommenen Verdächtigen handelt es sich um einen Mann und um drei Frauen: Eine 26 Jahre alte Frau, die für ein Antwerpener Hafenunternehmen arbeitet, eine 41 Jahre alte Frau, die für die Steuerbehörden tätig ist, eine weitere 26-Jährige, die bei der Stadtverwaltung von Antwerpen arbeitet und um einen 41 Jahre alten Mann, der bei der Kommunalverwaltung der Brüsseler Gemeinde Elsene tätig ist. 

Letzterem wird vorgeworfen, als Kontaktperson für die Weitergabe von vertraulichen Angaben agiert zu haben. Die drei Frauen stehen im Verdacht, Angaben zu bestimmten Personen aus den behördlichen Datenbanken weitergegeben zu haben, z.B. aus dem belgischen Nationalregister oder aus den Datenbanken, auf die sie in ihrem Arbeitsbereich Zugriff hatten.

Ihnen allen drohen Anklagen wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung, Korruption, Verstoß gegen das Berufsgeheimnis und Vertrauensbruch. Die Ratskammer wird entscheiden, ob gegen die 4 Personen Untersuchungshaft angeordnet wird. 

Umfangreiche Ermittlungen  

Die Ermittler kamen auch diesen Verdächtigen auf die Spur, nach dem zahllose Nachrichten aus dem Kryptoprogramm Sky ECC entschlüsselt werden konnten. Über dieses Kommunikationssystem halten auch gerne kriminelle Kreise Kontakt zueinander.

Inzwischen sind im Rahmen der Ermittlungsakte „Operation Sky“ 15 Personen dringend verdächtig, darunter Polizisten, Juristen, Mitarbeiter von Behörden und Hafenunternehmen, sowie Kriminelle.

Die Akten von 20 der insgesamt 48 in diesem Zusammenhang verdächtigen Personen wurden an die lokalen und regionalen Staatsanwaltschaften von Antwerpen, Charleroi und Lüttich, sowie den Staatsanwaltschaften in den Provinzen Limburg und Ostflandern weitergereicht. Alleine bei der Staatsanwaltschaft Antwerpen laufen in diesem Fall 14 einzelne Ermittlungsverfahren.  

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