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Weniger Einkäufe über die Grenze brachten dem belgischen Staat zusätzliche Einnahmen

Die Schließung der Grenzen während den Lockdowns im vergangenen Jahr haben dem belgischen Staat zusätzliche Mehrwert- und Verbrauchersteuereinnahmen besorgt. Da die Verbraucher nicht mehr über die Grenze einkaufen und shoppen gingen, wurde mehr Geld im eigenen Land und in der eigenen Region ausgegeben. Insgesamt sind die Akzisen- bzw. Verbrauchersteuer-Einnahmen des Staates aber zurückgegangen, da die Gastronomie im Rahmen der Corona-Maßnahmen geschlossen blieb.

Nach Berechnungen des belgischen Verbands des Lebensmittelhandels Fevia nahmen die Steuerbehörden rund 40 Mio. € zusätzlich an MWS und Akzisen (Verbrauchersteuern) ein. Normalerweise wären solche Steuern in den benachbarten Ländern eingenommen worden, da viele grenznah lebende Haushalte auch mal gerne über die Grenze einkaufen gehen.

Carole Dembour, Wirtschaftsberaterin bei Fevia, sagte dazu, dass dies vor allem Lebensmittel und Getränke in Supermärkten betraf: „Wir beobachteten eine deutlichere Steigerung im Verkauf von Nahrungsmitteln und Getränken in den belgischen Supermärkten in Grenznähe als im Rest des Landes. Das sind zusätzliche Umsätze, die sonst ins Ausland verschwunden wären.“ Solche Grenzeinkäufe gingen im Vergleich mit 2019 um rund ein Drittel zurück, so berechnete Fevia.

Belgiens Branchenverbänden, wie Fevia oder die Einzelhandelsverbände, sind Einkäufe im benachbarten Ausland ein Dorn im Auge. Sie weisen dabei aber auch auf die Politik im Inland, denn durch die hier teilweise höheren Abgaben und Steuern sind nicht wenige Produkte in den Nachbarländern günstiger, weshalb sich auch eine Einkaufstour aus dem Landesinnern ins Ausland durchaus lohnen kann. 

Was steht im Jahresbericht 2020 von Fevia?

Durch die Corona-Epidemie in Belgien sank der Gesamtumsatz im belgischen Lebensmittelhandel gegenüber 2019 um 1,7 % auf 54,4 Mia. €. Der Export ging um 1,9 % auf 26,7 Mia. € zurück. Auch die Investitionen in diesem Bereich waren letztes Jahr rückläufig. Sie sanken um 3,7 % im Jahresvergleich auf 1,7 Mia. €.

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